Das wohl umfangreichste und aufwendigste aller hebräischen Manuskripte
 


Israel Museum, Jerusalem

Das Rothschild Miscellany

MS. 180/51

Das wohl umfangreichste und aufwendigste aller hebräischen Manuskripte.

948 Seiten enthalten 70 religiöse und sekulare Werke einschließlich der Pessach Haggada und des Siddurs.

816 illuminierte Seiten und Miniaturen illustrieren in erlesenen Einzelheiten beinahe jeden Brauch jüdischen Lebens. Ausgeführt in Italien im Jahre 1479.

Eine streng limitierte Edition von 550 nummerierten Kopien.

ISBN 0 948223 030
Preis: $9,935.00

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Ein Ausschnitt aus Folio 1b - König David spielt seine Harfe... mehr »

Das Rothschild Miscellany wurde 1479 von Moses ben Jekutiel Hakohen in Auftrag gegeben. Zu jener Zeit kamen die Juden Italiens mit allen Gesellschaftsschichten in Kontakt, und viele übernahmen den Lebensstil der nichtjüdischen Aristokratie. Sie profitierten von der günstigen Haltung einiger der größten italienischen Herrscherhäuser wie der Medici aus Florenz und der Este aus Ferrara. Das kirchliche Gesetz, das Christen untersagte, Geld gegen Zinsen zu verleihen, kam der jüdischen Ge-meinde zugute, und manch ein Jude kam so zu Wohlstand. Der wohlhabende Jude war ein Mann der Renaissance mit einem Geschmack für Literatur und Kunst und einer Vorliebe für einen aufwendigen Lebensstil. Nichstdestotrotz wurden viele Juden von dem jüdischen und religiösen Erbe des Judentums entfremdet. Jene Epoche war von einer beispiellosen kulturellen Aktivität unter den Juden Italiens gekennzeichnet und brachte Gelehrte, Künstler, Dichter und Ärzte hervor.

In der Form, in der es uns heute vorliegt, ist das Rothschild Miscellany ein äußerst elegantes und prächtig durchgeführtes hebräisches Manuskript jener Epoche. Von Beginn an ist es als kostspieliges Werk angelegt gewesen, das minuziös beinahe jeden Brauch des religiösen und sekularen jüdischen Lebens umfassen sollte. Die Figurenzeichnungen und Randverzierungen der Miniaturen spiegeln den reichen Einfluss der Renaissance wider und wurden vermutlich in einer Werkstatt in der Umgebung Ferraras durchgeführt. Märchenhafte Landschaften, räumlich dargestellte Kulissen und die Präzision von menschlichen und tierischen Darstellungen repräsentieren den Stil der besten Künstler, die im ersten Viertel des fünfzehnten Jahrhunderts am Hofe der Este tätig waren. Sie mögen aus dem Atelier jener Künstler stammen, die die bekannte lateinische Bibel von Borso d'Este illuminiert haben.

Folien 311b-312a. mehr »

Die komplette Geschichte des Miscellany ist geheimnisumwoben. Zwischen 1832 und 1855 befand sich das Manuskript in der Solomon-de-Parente-Sammlung in Triest. Später wurde es an die Rothschild-Familie in Paris verkauft, wo es blieb, bis es während der Besetzung durch die Nazis gestohlen wurde. Erst nach dem Krieg tauchte es in New York wieder auf. Im Mai 1950 bot der Berliner Buchverkäufer Hugo Streisand es für US$5.000 dem Jewish Theological Seminary zum Verkauf an. Alexander Marx, der Bibliothekar des Seminary, erkannte es als das den Rothschilds gestohlene Manuskript und gab es an die Familie in London zurück. Der Direktor des Bezalel Museums in Israel, Mordechai Narkiss, konnte James de Rothschild davon überzeugen, dass ein solch bedeutendes Manuskript ein nationalen Schatz sei und demnach seinen Platz in Israel hätte. Als James de Rothschild 1957 von Narkiss' Krankheit erfuhr, schickte er es ihm als Geschenk nach Jerusalem.

Das Rothschild Miscellany besteht aus mehr als 37 religiösen und sekularen Werken. Unter den religiösen Büchern befinden sich die Psalmen, Sprichwörter und Hiob sowie ein Gebetbuch für das ganze Jahr einschließlich der Pessach Haggada. Alle haben textliche Illustrationen für jedes Fest und Gebete für besondere Anlässe. Die sekularen Bücher schließen philosophische, moralistische und naturwissenschaftliche Abhandlungen ein. Der Text des gesamten Manuskripts ist mit Randglossen und Kommentaren der Weisen versehen.

Folien 156b-157a - Die Phasen des Seders... mehr »

Diese riesige Sammlung vielseitiger, obgleich miteinander verbundener Texte gab den Rahmen vor für ein beispielloses Projekt der Illumination. Sie enthält eine Fülle an Darstellungen beinahe jedes Brauches des täglichen Lebens in einem jüdischen Haushalt der Renaissance. Von den insgesamt 948 Seiten sind 816 minuziös, in lebendigen Farben, mit Gold und Silber verziert. Kein anderes hebräisches Manuskript gleicht der Illumination des Miscellany hinsichtlich seiner Fülle und seines Umfangs.

 

Eine vollständige Inhaltsangabe des Rothschild Miscellany von Binyamin Elizur aus Jerusalem ist in Hebräisch und Englisch verfügbar. Download

Haupttexte

1 Psalmen, Hiob und Sprichwörter, vokalisiert, mit Kantillationszeichen und Massora parva; Raschis Kommentar als Randglossen. Folien 1r-40v.
2 Ganzjähriges Gebetbuch, einschließlich der Feste, mit einer Vielzahl an liturgischen Hymnen für besondere Anlässe (Jotzerot, Selichot, Pijutim, Hoschanot, etc.). Fols. 79v-274v.
3 Taschbes - ein Kompendium religiöser Gesetze und Bräuche für das ganze Jahr, aus der Schule des R. Meir von Rothenburg, dem wichtigsten aschkenasischen Gelehrten des XIII. Jahrhunderts. Im Rand, Fols. 79v-123v.
4 Chajej `Olam (Ewiges Leben) - ein moralistischer Warntext von R. Jona Gerondi, eines berühmten spanischen Gelehrten des XIII. Jahrhunderts. Im Rand, Fols. 124r-133r.
5 Minhagim Buch - ein Handbuch für Bräuche und Gepflogenheiten bezüglich von Festen, Gebet und Synagoge, gemäß der Monate des Jahres angeordnet, von R. Samuel, eines aschkenaischen Gelehrten, der um die Mitte des XV. Jahrhunderts wirkte. Im Rand, Fols. 133v-155r.
6 Hilchot Chametz u-Matza (Gesetze zu Gesäuertem und Ungesäuertem Brot), Auszüge aus Maimonides großem Gesetzeskodex Mischne Tora. Im Rand, Fols. 155v-166r.
7 Maimonides' Kommentar zu Perek Chelek. Im Rand, Fols. 166v-174v.
8 Maimonides' Kommentar zu Traktat Awot (Sprüche der Väter) in der Mischna, einschließlich seiner langen Einführung, bekannt als Schemona Perakim (Acht Kapitel). Fols. 174v-197r, zuerst im Rand, später in der Seitenmitte.
9 Sefer ha-Kabbala (Buch der Tradition) von R. Abraham ibn Daud, eines der größten spanischen Gelehrten des XII. Jahrhunderts. Ein talmudisch-rabbinisches Geschichtswerk von der Antike bis in die Zeit des Autoren. Im Rand, Fols. 175r-191r.
10-11 Mewo ha-Talmud (Einführung zum Talmud) von R. Joseph ibn `Aknin, eines Schülers von Maimonides, und Ma'amar `al ha-Mischkalot we-ha-Middot (Abhandlung über Gewichte und Maße) vom selben Autoren; Talmudische Methodologie. Im Rand, Fols. 191v-202v.
12 Ein Aristoteles zugeschriebener moralistischer Brief. Im Rand, fols. 202v-206r.
13 Das Buch des Josippon, eine mittelalterliche jüdische Chronographie aus dem IX. Jahrhundert, die die Geschichte der Juden von biblischen Zeiten bis zur Zerstörung des Zweiten Tempels nacherzählt. Fols. 206r-274 (im Rand); 275r-298r (Seitenmitte).
14 Sefer ha-Ma`alot (Buch der Stufen) von R. Schem Tow Falaquera; Ethik und Philosophie. Seitenmitte, Fols. 298v-334r.
15 Meschal ha-Kadmoni (Sprichwort der Antiken) von R. Isaak ibn Sahula, eines spanischen Gelehrten der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts. Aphorismen und didaktische Fabeln in gereimter Prosa. Seitenmitte, Fols. 298v-371r.
16 Diwrej ha-Jamim mi-Mosche Rabbenu (Die Chronik des Mose) - ein midraschisches Werk zum Leben und Sterben Mose. Im Rand, Fols. 334-341r.
17 Midrasch wa-jissa`u. Midraschisches Werk über die Kämpfe der zwölf Stämme gegen Schechem. Im Rand, Fols. 341v-342v.
18 Ma`ase Chiram (Die Geschichte des Chiram) - midraschisches Werk über die Belagerung Sidons. Im Rand, Fols. 343r-343v.
19 Maimonides' Brief an die Gelehrten von Lunel, in dem er die Astrologie denunziert. Im Rand, Fols. 343v-347v.
20 Bechinat `Olam (Untersuchung der Welt) von R. Jedaja ha-Penini; moralistisches Werk in gereimter Prosa und Lyrik. Im Rand, Fols. 347v-357v.
21 Ketaw Hitnatzelut (Apologia), von R. Jedaja ha-Penini an R. Solomon Adret gesandt; in Verteidigung des Studiums der Philosophie und der sekularen Wissenschaften. Im Rand, 357v-381v.
22 Ben ha-Melech we-ha-Nasir (Der Prinz und der Mönch); didaktische Prosa, aus dem Arabischen übersetzt. Fols. 372v-418r.
23 Minchat Jehuda Soné ha-Naschim (Beitrag von Juda, dem Frauenverachter), von Juda b. Isaak ibn Schabbetei; humoristisches, polemisches Gedicht über Laster und Bosheit von Frauen. XIII. Jahrhundert. Im Rand, Fols. 382r-393r.
24 Scha`arei Dura (Tore von Dura) von R. Isaak von Dura; halachische Abhandlung über verbotene Speisen etc. Der Autor war einer der führenden halachischen Autoritäten in Deutschland im XIII. Jahrhundert. Im Rand, Fols. 343v-440r.
25 Sod ha-Sodot (Geheimnis der Geheimnisse), pseudoaristotelische Abhandlung über Politikwissenschaft. Fols. 418v-433v.
26 Muserej ha-Philosofim (Apothegmata der Philosophen) von Isaak ibn Hunayn. Fols. 433v-464r.
27-30 Halachische Entscheidungen des R. Isaak von Corbeil. XIII. Jahrhundert. Im Rand, Fols. 440r-445r.
Takkanot (halachische Erlasse) von R. Gerschom Me'or ha-Gola. Im Rand, Fols. 445v-447r.
Testament des R. Juda he-Chassid. Im Rand, Fols. 447v-449r.
Unterschiede (im religiösen Brauch) zwischen dem palästinischen und dem babylonischen Judentum. Im Rand, Fols. 449r-450r.
31-33 Mischpat Chibbut ha-Kewer (Schlagen des Grabes). Im Rand, Fols. 450r-451r.
Alfabeta de-Ben Sira (Alphabet des Ben Sira). Im Rand, Fols. 451r-454v.
Sammlung rabbinischer Sprüche, die mit den Worten "Drei Dinge..." beginnen. Fols. 455r-462r.
34-37 Regeln für die Festlegung des Kalendars. Fols. 463r-469v.
Ke`arat kesef (Silberne Schale), ein populäres Gedicht von Joseph ha-Etzowi. Fols. 464v-467r.
Pijutim von R. Juda ha-Lewi für Purim und Pessach. Fols. 467v-470v.
Kalendar. Fols. 471r-472v.
Folio 65b - König Salomo, der traditionell als Verfasser der Sprichwörter gilt... mehr »

Weitere Texte

  1. Raschis Kommentar zu den Psalmen
  2. Raschis Kommentare zu Hiob und den Sprichwörtern
  3. Taschbes
  4. Sefer Chajej 'Olam
  5. R. Meir b. Baruch von Rothenburg Sefer Haminhagim (Bräuche); Maimonides, Hilchot Chametz U-matza (Abhandlung über Pessach)
  6. Abraham Ibn Daud Sefer Hakabbalah (Historischer Traktat) Isaak ben Israels Yesod 'Olam (Historischer Traktat)
  7. Joseph b. Jehuda von Barcelona Seder Hatana'im (Historische Abhandlung), Seder Olam Injan Hamatbe'ot (Historische und Numismatische Abhandlung) von Joseph Ibn Aknin von Barcelona.
  8. Jossipon (Mittelalterlicher Pseudo-Josephus) (Historische Abhandlung)
  9. Jechiel ben Jekutiel ben Benjamin ha-Rofe. Sefer Hama'alot (Moralischer Traktat), Chronik des Mose
  10. Midrasch wa-jissa'u (Historischer Traktat) 'Injan Chiram Melech Tsor (Historischer Traktat) Maimonides' Brief an die Juden von Montpellier; Jeda'ja Hapenini Bechinat 'Olam (Philosophischer Traktat), Jeda' ja Hapenini Ketaw Hitnatzlut
  11. Briefe an Salomo ben Aderet (Philosophischer Traktat); Juda Halewi, Testament von Tachkemoni (Moralischer Traktat); Isaac von Dura, Sha'arej Dura (Halachischer Traktat)
  12. Isaak von Corbeil, Rituelle Entscheide
  13. R. Gerschon b. Jehuda Takkanot (Halachischer Traktat); Testament des Juda he-Chassid (Traktat über Moral und Bräuche); Abweichende Bräuche aus Palästina und Babylonien. Gericht nach dem Tode (moralischer Midrasch)
  14. Alphabet des Ben Sira (moralisch)
  15. Aggadot aus dem Talmud (historischer Traktat); Regeln zur Festlegung des Kalenders 
Folien 132b-133a vergrößern »

Einleitung

Als Linda und Michael Falter mit der Herstellung des Faksimiles der Kennicott Bibel beganne, glaubten nur wenige an die Fertigstellung dieses kollossalen Projektes. Fünf Jahre später sah sich die Bodleian Bibliothek veranlasst zu schreiben, dass es sich um die "vielleicht originalgetreueste und exakteste Kopie handelt, die jemals produziert worden ist".

Das Rothschild Miscellany des Israel Museums stellte eine weit größere Herausforderung dar, denn die Philosophie der Herausgeber verlangt, dass das Faksimile dem Original so ähnlich wie möglich sein muss. Enormer Einsatz wurde geleistet, um die feinsten Materialien und die besten Handwerker zu bekommen, um jeden Band nicht nur die Ausstrahlung, sondern auch das Gefühl des originalen Manuskripts zu verleihen.

Um das Rothschild Miscellany in derselben kompromisslosen Art und Weise reproduzieren zu können, bedurfte es einer Menge an Forschung und technischer Entwicklung, denn das Manuskript ist auf beinahe jeder Seite aufwendig verziert worden. Die Falters zogen nach Italien, um jede einzelne Phase der Produktion des Faksimiles vor Ort zu überwachen. Dank der Kombination von Kunstfertigkeit und unumstößlicher Entschlossenheit konnte ein bemerkenswertes Ergebnis erzielt werden.

Die unregelmäßigen Seitenränder... mehr »

Papier

Das originale Manuskript wurde per Hand kopiert und auf weichem, lichdurchlässigem Velinpapier illuminiert. Seine Folien wurden hinsichtlich der Dicke, des Gewichts und der Opazität gemessen, um eine neue Art von speziellem 'Papier' in Italien herzustellen, das von dem Pergament des Originals praktisch nicht unterschieden werden kann. Das Ergebnis ist ein feines, pH-neutrales Echtpergament mit denselben natürlichen Merkmalen, die das Bedrucken so enorm schwierig machen. Die Kanten der Seiten des Miscellany sind braun und unregelmäßig, so dass jede einzelne Seite des Faksimiles mühsam auf die exakte Größe und Form des Originals zugeschnitten und anschließend 'gealtert' werden musste.

Photographie

Das Fotografieren des Manuskripts ist die erste Phase in der Produktion eines Faksimiles. David Harris, der berühmte israelische Fotograf, benutzte einen großformatigen Ektachrome-Film, um beim Fotografieren des Manuskripts im Jerusalemer Israel Museum jedes noch so kleine Detail des Originals einfangen zu können. Um jegliche Wölbung nahe des Buchrückens vollständig eliminieren und das Manuskript flach fotografieren zu können, musste es aus seiner Bindung gelöst werden. Speziell hergestelltes Glas, das sowohl ‘optisch flach’ als auch ‘optisch weiß’ ist, wurde eingesetzt, um die losen Folien während des Fotografierens flach zu halten. Die Größe jeder gedruckten Seite entspricht deshalb der exakten Größe des Originals.

Linda Falter an der Druckerpresse... mehr »

Farbtrennung, Korrektur & Druck

Der Druck der minuziös detaillierten und erlesenen Illuminationen in zwölf Farben erforderte große Fertigkeit und Ausdauer seitens der italienischen Meisterdrucker. Für jede der insgesamt 948 Seiten mussten Farbtrennungen angefertigt werden; jede einzelne wurde mit dem Manuskript in Jerusalem verglichen und anschließend in Italien (bis zu vier Mal pro Seite) korrigiert, bis die genaue Farbübereinstimmung erzielt war.

Die Vergoldung in Nahaufnahme. mehr »

Gold

Da es kein Druckverfahren gibt, mit dem das Blattgold eines Manuskriptes adäquat wiedergegeben werden könnte, hat man sich dafür entschieden, das erhöhte prägepolierte Gold durch manuelles Auftragen von Metallblatt zu reproduzieren. Nur so konnte der Reichtum und das 'Gefühl' des originalen Golds nachempfunden werden. Das erhöhte Gold des Originals ist ohne Prägung reproduziert worden. Handwerker trugen das goldene Metallblatt in einem speziellen Verfahren per Hand auf insgesamt 812 Seiten auf, um den erhöhten Effekt des Originals wiederzugeben. Dieses Faksimile ist das erste, das prägepoliertes Gold originalgetreu reproduziert. Darüberhinaus enthält das Manuskript Tausende von Illustrationen, die mit Goldpulver und flachem Gold verziert wurden. Auch diese sind in dem Faksimile originalgetreu wiedergegeben.

Ein Loch in einer der Seiten des Faksimiles. vergrößern »

Löcher

Obwohl ein Schreiber für seine Arbeit nur allerbestes Pergament verwandt hätte, konnte es mitunter vorkommen, dass eine Haut ein Loch aufwies. Aufgrund der hohen Preise für Pergament konnte der Schreiber es sich nicht erlauben, Haut wegzuschmeißen. Die Löcher wurden im Faksimile an genau den Stellen eingeschnitten, wo sie im Manuskript vorkommen. Falls sich Löcher in der Mitte einer Seite befanden, musste der Druck mit perfekter Präzision ausgeführt werden, damit der Text beim anschließenden Einschneiden der Löcher nicht beschädigt würde.

Das Pricking entlang der Seitenränder. vergrößern » Selbst der Appetit des Buchwurms ist gewissenhaft reproduziert worden! vergrößern »

Pricking & Buchwurm

Die Seiten des Manuskripts weisen winzige Löcher des Prickings auf, mithilfe dessen der Schreiber die Seiten für seinen Text linieren konnte. Diese Löcher wurden vor dem Binden zumeist abgeschnitten, doch im Rothschild Miscellany sind sie auf den meisten Seiten noch erhalten. Dieses ist das erste Faksimile, bei dessen Herstellung die Löcher des Prickings reproduziert worden sind – was einen hohen Grad an Präzision und Genauigkeit verlangte, der in der Herstellung von Faksimiles präzedenzlos ist. Darüberhinaus finden sich Hinweise, dass über die Jahre einige Seiten von Buchwürmer attackiert worden sind. Diese Spuren sind ebenso gewissenhaft reproduziert worden. Die Nummer des Faksimiles, blindgestempelt in den Einband. vergrößern »

Nummerierung

Die Nummer jedes Faksimiles ist dauerhaft per Hand mithilfe von Stahlstempeln in den Einband blindgestempelt worden. Alle Druckplatten wurden mit rabbinischer Genehmigung im Anschluss an den Druck zerstört, um die Einzigartigkeit und den Wert dieser Edition zu gewährleisten.

Eine der Silberschließen... vergrößern »

Einband

Das der originale Einband nicht erhalten geblieben ist, schlug die ehemalige Leiterin der Sammlungen und Präservation an der British Library in London, Mirjam Foot, einen dem Manuskript angemessenen erlesenen italienischen Einband derselben Epoche vor, der bis ins kleinste Detail kopiert worden ist. Das Faksimile ist in feinkörniges Marokko-Ziegenleder eingebunden, auf beiden Buchdeckeln blindgeprägt und mit Kapitalbändern aus Marokko-Leder versehen. Der Einband kann mit vier Silberschließen an Marokko-Lederriemen verschlossen werden; die Riemen und Schließen sind mit winzigen Nägeln aus Silber am Einband befestigt.

Der Einband des Faksimiles, von allen Seiten aufwendig blindgeprägt.

Präsentation

Das Faksimile wird in einem stoffbekleideten, aufklappbaren Schuber präsentiert, dessen Ecken mit Marokko-Leder überzogen sind; der Kommentar-Band ist in einem ähnlichen Schuber untergebracht. Jedes Set wird von einem Zertifikat mit den Siegeln und Signaturen des Israel Museums und Facsimile Editions begleitet.

Persönliche Widmung

Jedes Faksimile kann auf Wunsch von unserem Kalligraphen mit einer persönlichen Widmung versehen werden. Ob als Geschenk an eine Privatperson oder an eine Institution - unsere Kalligraph fertigt gern ein wunderschön illuminiertes Geschenkzertifikat mit entsprechender Aufschrift in jeder Sprache für Sie an. Es wird entweder als loses Blatt geliefert oder direkt in die Innenseite des vorderen Buchdeckels hineingeklebt. Für das Zertifikat berechnen wir keinen Aufpreis.

Versand, Verpackung & Versicherung

Der Preis schließt eine robuste Schutzverpackung, weltweiten Kurierdienst und Versicherung bis zur Haustür ein. Für die meisten unserer Zustellungen nutzen wir UPS, und in den meisten Fällen können wir einen internationalen Übernachtexpress ohne Aufpreis anbieten. Sobald Ihre Bestellung eingegangen ist, senden wir Ihnen eine elektronische Rechnung zu; UPS wird Sie per E-Mail kontaktieren, damit Sie den Verlauf Ihrer Bestellung nachvollziehen können.

 

Die fünf hervorragenden Wissenschaftler, die an dem Kommentar-Band mitgearbeitet haben, beschreiben die vielfältigen Themen der Illustrationen; die stilistischen Affinitäten und Unterschiede der verschiedenen Künstler sowie deren Beziehung zur allgemeinen italienischen Illumination jener Zeit; den historischen und sozialen Hintergrund des Manuskripts; die Kodikologieund Paläographie; den religiösen und liturgischen Inhalt des Miscellany sowie den Einband. Der Kommentar-Band enthält vollfarbige Abbildungen. Er ist als separater Band in der Größe des Faksimiles produziert und als Ergänzung dazu in feinstes, blindgeprägtes Marokko-Leder eingebunden worden. Die beiden Bände werden in einem stoffbekleideten und an den Ecken mit Ziegenleder überzogenen Schuber präsentiert.

Die Seiten 178-179 des Kommentar-Bandes.

Inhalt des Kommentar-Bandes:

Der Kommentar-Band. Sein detaillierter Blinddruck ist eine perfekte Ergänzung zu dem des Faksimiles. vergrößern »
  1. Einführung - Iris Fishof (Herausgeberin), ehemalige Chefkuratorin für Judaika und Jüdische Ethnographie am Israel Museum
  2. Historischer Hintergrund des Manuskripts - Shlomo Simonsohn, Professor für Jüdische Geschichte, Universität Tel-Aviv
  3. Der Literarische Gehalt des Manuskripts - Israel Ta-Shma, Professor für Talmud, Hebräische Universität, Jerusalem
  4. Eine Paläographische und Kodikologische Studie des Manuskripts Malachi Beit-Arié, Professor für Kodikologie und Paläographie, Hebräische Universität, ehemaliger Leiter der Jewish National and University Library, Jerusalem
  5. Der Einband des Faksimiles - Mirjam Foot, Assistant Keeper für historische Einbände, British Library, London
  6. Die Illumination und die Künstler - Louisella Mortara-Ottolenghi, Professor für Kodikologie und Geschichte der Illumination, Universita degli Studi di Milano
  7. Zusätzliche Beiträge: Binjamin Elizur, Raphael Loewe

Auszüge aus dem Kommentar-Band:

Seite 41
‘The magnificent Israel Museum manuscript known as the Rothschild Miscellany is no mere book – it would be more appropriate to call it a library. The number of literary units (as distinct from works) within its covers, some complete, others incomplete, amounts to thirty-seven, representing a variety of areas of classical and mediaeval Hebrew literature. The books are written side by side, two and even three at a time, some in the body of the page, others on the margin, in what looks like a haphazard jumble. This chaotic impression, however, is deceptive: the breathtaking beauty of the manuscript obscures the meticulous planning invested in the ideological, structural and technical layout of the text, its inner logic and its purpose. The careful thought devoted to the technical and palaeographic aspects of this complex anthology have already been described by Professor Beit-Arié.’

Kapitel 4 - Seite 55
Hayyei 'Olam (Eternal Life)
This book is merely another name for R. Jonah Gerondi’s Sefer ha-Yirah (the Book of Reverence), one of the best-known popular halakhic works in Jewish literature. Woven together in the text are the religious laws governing all details of man’s everyday behaviour, from the moment he rises in the morning until he retires at night, interspersed with admonitory passages on the fear and love of God, as well as the importance of ethical behaviour toward one’s fellow persons. Written in a popular and swiftly flowing style, though nevertheless maintaining a high literary level, the book is intended for the simple, ordinary Jew, wherever and whenever he may live; in fact, this is the first book known to us with this prospective readership in mind. It is traditionally attributed to R. Jonah Gerondi, author of the celebrated moralistic text Sha`rei Yeshuvah (Gates of Repentance), a renowned colleague of Nachmanides, born in Catalonia but active both in his country of birth and in France; in his later years he lived in Spain and headed a great Yeshivah (talmudic academy) in Toledo where he died in 1260.’

 
Kodikologie
  • Größe ungefähr 21cm x 15,6cm x 10,2cm (Größe der Seiten variiert leicht)
  • 948 Seiten, 474 Folien, nummeriert von 0-473
  • 816 illuminierte Seiten mit erhöhtem prägepolierten Gold, flachem Gold, Goldpulver, Silber und strahlenden, zarten Farben
Papier
  • 160gsm, unbeschichtetes, pH-neutrales Papier
  • Eine Papierfabrik in Italien arbeitete ein ganzes Jahr an der Entwicklung eines Papiers, das dem Pergament des Originals hinsichtlich seiner Opazität, Beschaffenheit und Dicke exakt entspricht. Dieses Papier, das speziell für unser Faksimile entwickelt wurde, ist weitläufig als die beste Nachahmung von Pergament anerkannt.
Photographie
  • Der berühmte israelische Fotograf, David Harris, fotografierte das Manuskript im Israel Museum mithilfe eines großformatigen Ektachrome-Films, mit dem es ihm gelang, jedes noch so kleine Detail einzufangen. Um jegliche Wölbung nahe des Buchrückens zu eliminieren und das Manuskript flach fotografieren zu können, wurde es vor dem Fotografieren aus seiner Bindung gelöst. Speziell hergestelltes Glas, das sowohl ‘optisch flach’ als auch ‘optisch weiß’ ist, wurde eingesetzt, um das Manuskript während des Fotografierens flachzuhalten. Die Größe der gedruckten Seite entspricht deshalb exakt der Größe des Originals.
Druck
Vergoldung & Auftragen des Silberblatts
  • Die drei verschiedenen Arten von Gold des Manuskripts sind im Faksimile gewissenhaft reproduziert worden. Das erhöhte prägepolierte Gold des Originals ist reproduziert worden, indem man Blattmetall auf einen speziell aufgebauten Untergrund (der das originale Gesso nachempfindet) auf exakt die Stellen aufgetragen hat, wo das Blattgold im Manuskript erhöht ist. Flaches Gold ist durch auftragen von Blattgold reproduziert worden. Goldpulver ist auf alle Illuminationen aufgetragen worden, die auch im Original Goldpulver aufweisen.
  • Blattsilber ist per Hand überall dort aufgetragen worden, wo es im Original verwendet wurde. Für oxidiertes Silber ist ein dunkleres Blatt mit entsprechender Lackierung verwendet worden, um die Oxidierung nachzuahmen.
Pricking & Schnitt
  • Das Pricking des Schreibers auf einer Seite jedes Folios ist zum ersten Mal bei der Herstellung eines Faksimiles berücksichtigt worden.
  • Im Anschluss an den Druck ist jede einzelne Seite auf die exakte Größe und Form des Originals zugeschnitten und dann an den Ecken vergilbt worden. Nie zuvor ist bei der Herstellung eines Faksimiles ein solcher Grad an Präzision und Genauigkeit erzielt worden.
Einband
  • Feines Marokko-Ziegenleder, blindgedruckt auf den Buchdeckeln und dem Buchrücken. Der Buchblock ist an handgefertigte Kapitalbänder genäht worden. Vier Schließen aus oxidiertem Sterlingsilber sind mithilfe von Lederriemen an silberne Verschlussplatten befestigt worden, die ihrerseits mit winzigen Silbernägeln am Einband angebracht sind.
Kommentar-Band
  • 256 Seiten (davon 46 in Farbe) auf kaltgepresstem, 160gsm Magnani Büttenpapier gedruckt. Der Kommentar-Band ist in blindgedrucktes Marokko-Ziegenleder eingebunden und wird ergänzend zum Faksimile in einem stoffbekleideten Schuber geliefert.
Präsentation
  • Das Faksimile und der Kommentar-Band sind einzeln in handgefertigten Schubern untergebracht. Der Schuber für das Faksimile ist extra mit Verschlüssen versehen worden.
Geschenkzertifikate
  • Jedes Faksimile kann ohne Aufpreis mit einer persönlichen Widmung versehen werden. Ob als Geschenk an eine Privatperson oder an eine Institution - unser Kalligraph kann auf Wunsch ein wunderschön illuminiertes Geschenkzertifikat mit entsprechender Aufschrift anfertigen.
Edition
  • Streng limitiert auf 500 nummerierte und 50 Ad-Personam-Kopien. Jeder Band ist mithilfe von winzigen Stahlstempeln per Hand diskret auf der Innenseite des hinteren Buchdeckels nummeriert worden und wird von einem Zertifikat mit dem Siegel des Israel Museums begleitet.
  • Nach Fertigstellung der Edition sind die Druckplatten zerstört worden, um den erheblichen Investitionswert jedes einzelnen Faksimiles zu gewährleisten.
Versand, Verpackung & Versicherung
  • Preis schließt robuste Schutzverpackung, weltweiten Kurierdienst und Versicherung ein
  • Kurierdienst, für gewöhnlich mit UPS
  • Internationaler Übernachtexpress normalerweise ohne Aufpreis verfügbar
  • Elektronische Rechnung und Daten zum Nachvollzug der Bestellung werden Ihnen unmittelbar per E-Mail zugesandt
 
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