Einer der großartigsten Schätze hebräischer Manuskript-Illumination
 


Biblioteca Palatina, Parma, Italien

Der Parma Psalter

MS. Parm. 1870
(De Rossi 510)

Ein erlesenes Buch der Psalmen (Tehillim) aus dem 13. Jahrhundert mit einem Kommentar von Abraham Ibn Esra.

Einer der großartigsten Schätze hebräischer Manuskriptillumination.

ISBN 0 948223 111
Preis: £2,235.00

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Von allen mitteralterlichen Manuskripten des Psalters (Tehillim) ist das älteste und bedeutendste erhalten gebliebene das Meisterwerk Ms. Parm. 1870 (Cod. De Rossi 510), ein Schatz der Palatina Bibliothek in Parma (Italien). Dieses prachtvoll illuminierte Buch der Psalmen wurde um das Jahr 1280 herum geschrieben und verziert, höchstwahrscheinlich in Emilia in Norditalien. 452 Seiten enthalten den biblischen Text in einer klaren, großen, vokalisierten hebräischen Handschrift. Jeder Psalm ist illuminiert und nummeriert und viele sind mit Musikinstrumenten oder im Psalm beschriebenen Szenen prächtig illustriert worden - außergewöhnlich für ein hebräisches Manuskript jener Zeit und Beweis dafür, dass es sich um ein Werk von Juden handelt. Nur ein wohlhabender Mäzen konnte ein solch aufwendiges und geschmackvolles Manuskript in Auftrag geben; der Kommentar Ibn Esras lässt darüberhinaus auf seine große Gelehrsamkeit schließen. Frühe Kopien von Abraham Ibn Esras großem Kommentar zu den Psalmen sind rar, und der in diesem Manuskript vorhandene enthält viele Wortlaute, die in anderen Versionen nicht zu finden sind. Als wahre Augenweide soll dieses Faksimile stets an das reiche Erbe mittelalterlicher jüdischer Gelehrsamkeit und jüdisches Kunstmäzenatentums erinnern.

Das Manuskript enthält außerdem die Zeremonien für Verlobungen, Hochzeiten, Beschneidungen und Beerdigungen sowie für den Ausgang des Schabbat, dem unmittelbar ein Fest folgt - alles Anlässe, zu denen Psalmen reziert wurden.

Folien 1b-2a - Psalm 1 - ‘Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg, auf dem der Sünder noch steht, noch sitzt, wo die Spötter sitzen.’ Der erste Psalm ist lediglich mit dem ersten hebräischen Wort ‘Aschrej’ und einer dekorativen Umrahmung verziert.

Tehillim, die Psalmen, werden mit Ausnahme der Tora von Juden mehr geschätzt als jedes andere Buch der Bibel: nahezu jede Zeremonie schließt wenigstens eines der insgesamt 150 Kapitel ein. Darüberhinaus sind viele andere Gebete praktisch aus psalmischen Versen zusammengesetzte Mosaiken wohlbekannter Phrasen. Ein detailliertes Wissen dieses Buches konnte von jedem jüdischen Autoren vorausgesetzt werden, weil fromme Juden jahrhundertelang in einem wöchentlichen Zyklus alle 150 Psalmen rezitierten: Jede Seite des vorliegenden Manuskripts enthält einen Hinweis auf den Wochentag, an dem der jeweilige Psalm zu lesen ist.

Folien 42b-43a - Psalm 34 - Von David... mehr » Folio 188a - Psalm 126 - Zwei menschliche Figuren, die nach oben blicken... mehr »

Die Beliebtheit des Psalters ist leicht zu erklären. Er versammelt eine vielseitige Auswahl an Hymnen, Klageliedern und didaktischen Gedichten, die in einem prägnanten, charakterischen Stil verfasst sind, der mitunter geheimnisvoll und verworren erscheint. Gedanken werden häufig durch Doppel- und Dreifachanordungen von Versen entwickelt, in einer Art und Weise, die charakteristisch ist für biblische Poesie. Sein persönlicher und dringlicher Ton machen ihn zu einer natürlichen Ergänzung zum Pentateuch. Folgender Midrasch artikuliert diese Ansicht wie folgt: 'Moses gab die fünf Bücher der Tora an Israel, während David ihnen den Psalter mit seinen fünf Büchern gab". Die fünffache Unterteilung - durch Doxologien am Ende von Psalm 41, 72, 89 und 106 kenntlich gemacht - mögen tatsächlich mit einer antiken, heutzutage jedoch hinfälligen Praktik verbunden sein, die Psalmen zusammen mit den wöchentlichen Tora-Abschnitten zu lesen.

Wahrscheinlich korrespondieren die 150 Psalmen zu den 150 Lesungen, in die der Pentateuch unterteilt ist und die ursprünglich über einen dreijährigen Zyklus gelesen wurden - ein Brauch, der im Mittelalter ausstarb. Die Illustrationen in diesem Manuskript sind inbesondere für Musikologen und Kunsthistoriker des Mittelalters von Wert: Abbildungen zeitgenössischer Musikinstrumente sind äußerst selten und der vorliegende Band enthält besonders viele.

Dieses prächtige Manuskript umfasst 226 Folien (452 Seiten), 13,5cm x 10cm in 23 Lagen. Eine 16-seitige Lage, die zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt wurde, enthält die Zeremonien für Verlobungen, Hochzeiten, Beschneidungen und Beerdigungen, sowie für den Ausgang des Schabbats, der ein besonderes Fest einleitet und an dem Psalmen rezitiert wurden. Die reichen Verzierungen sind von einem feinfühligen Einsatz harmonisierender Farben gekennzeichnet; Gold wurde freizügig, doch mit Zartgefühl verwandt, wobei der Illuminator mittels der Bilder im Seitenrand ein sorgfältiges Gleichgewicht zwischen den Psalmen und dem Kommentar hergestellt hat. Dieses Manuskript ist einer der großartigsten Schätze früher hebräischer Manuskriptillumination. Die Palatina Bibliothek in Parma (Italien) ist mit beinahe 1.650 hebräischen Manuskripten eine der größten Sammlungen der Welt. Giovanni Bernardo De Rossi, ein christlicher Hebraist, dessen Sammlung heute in der Palatina aufbewahrt ist, baute eine der umfangreichsten Privatbibliotheken hebräischer Manuskripte und Bücher auf.

 
Folien 85b-86a - Psalm 64 (Fol. 85b) - Eine menschliche Figur streckt beide Hände nach vorne... mehr »

Abraham Ibn Esra, 1089 in Tudela (Spanien) geboren, war ein Meister auf verschiedenen Gebieten mittelalterlicher Gelehrsamkeit: Mathematik, Astronomie, Grammatik und Philosophie sowie die Auslegung von biblischen Texten. Er verkörpert die Verbindung eines weitreichenden Rationalismus mit einem festen Glauben an Astrologie in einer Art und Weise, die den modernen Denker überraschen mag, damals jedoch nicht ungewöhnlich war. Möglicherweise war Ibn Esra die meiste Zeit seines Lebens mittellos, doch er reiste weitläufig und vermochte es, Missgeschick mit Gleichmut und sogar Humor zu tragen.

Seine Gegner wurden von seinem beißenden Witz nicht verschont, der selbst für einen spanisch-jüdischen Dichter als außergewöhnlich bissig gilt. All das muss jedoch vor dem Hintergrund aufrichtiger religiöser Demut gesehen werden, die aus seiner besten Lyrik und Prosa hervorsticht. Abraham Ibn Esra hinterließ einen riesigen Korpus an Schriften - es heißt, er habe nicht weniger als 108 verschiedene Bücher verfasst, von denen nicht alle überlebt haben oder veröffentlicht worden sind. Sein höchst einflussreiches Denken und seine literarische Kreativität leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung der Wissenschaft und der Spiritualität des spanischen Judentums weit über ihre Ursprungsregion hinaus. Im Alter von fünfundsiebzig Jahren und in der Gewissheit des nahenden Todes verfasste er ein Wortspiel auf einen Bibelvers: Und Abraham war fünfundsiebzig Jahre alt, als er den 'Groll der Welt' verließ. Der originale Text in Genesis 12:4 besagt, dass Abraham die Stadt 'Charan' verließ, doch Ibn Esra konnte nicht widerstehen, über die Ähnlichkeit mit dem Wort Charon, ‘Groll’ oder ‘Wut’ zu scherzen. Durch die gesamte Geschichte hindurch ist Abraham Ibn Esra als einer der größten jüdischen Weisen anerkannt worden.

Psalm 149 (Fol. 213v) - ‘Singt dem Herrn ein neues Lied.’ Ein Chorleiter dirigiert fünf Chorsänger vor einem aufgeschlagenen Notenbuch und den Worten Ejn kamocha (‘Niemand ist wie Du unter den Göttern, o Herr’), ein Vers (Ps. 86:8), der heutzutage im aschkenasischen (aber nicht im sephardischen) Ritus vor der Lesung der Tora an Schabbat Morgen gesungen wird.

Gemäß einer Legende heiratete Abraham Ibn Esra die Tochter eines anderen großen Dichters, Juda Halewi. Man sagt, er habe fünf Söhne gehabt, von denen nur einer, Isaak, eine Epidemie überlebt haben soll, der die gesamte Familie zum Opfer gefallen sei. Später scheint Isaak jedoch das Judentum verlassen und zum Islam übergetreten zu sein. Abraham Ibn Esra, dann in seinen Fünfzigern, übte Reue, indem er sich für das Leben eines wandernden Gelehrten entschied. Seine Wanderungen führten ihn nach Rom, Lucca, Pisa, Mantua, Béziers, Narbonne, Bordeaux, Angers, Rouen und London sowie nach Spanien und Nordafrika. Die Rabbiner der jüdischen Gemeinden in Frankreich, die er 1147 besucht hatte, beschrieben, wie er ihnen mit seiner Weisheit die 'Augen öffnete'.

Folio 105a - Psalm 76 - Mit Saitenspiel. ‘Gott ist in Juda bekannt, in Israel ist Sein Name groß.’ vergrößern »

Sein Kommentar zum Buch der Psalmen offenbart einige seiner geschätzten Qualitäten: sein Feingefühl für Sprache, sein eigensinniger Intellekt und seine tiefe Einsicht in die Natur des Menschen. Di Rossi glaubte, dass dieses Manuskript in Rhodes im August-September 1156 fertiggestellt wurde, doch das ist die Zeit, in der Ibn Esra seinen Kommentar zu den Psalmen vollendete, von dem diese Version lediglich eine Kopie darstellt. Bezüglich des Ursprungsorts scheint es, als habe Ibn Esra seinen Kommentar im nordfranzösischen Rouen verfasst. Da dieser Ort in Latein Rodamagus genannt wurde, das abgekürzt als Rodez bezeichnet wurde (wie hebräische Dokumente bezeugen), konnte es leicht zu einem solchen Missverständnis kommen. Die Identifizierung des Autoren des Psalters mit König David - der für sein Volk Jerusalem eroberte - basiert nicht nur auf dessen Ruf als “süßer Sänger Israels” (2 Sam. 23:1), sondern auch auf der Feststellung, dass seine Name nicht weniger als 73 Mal genannt wird. Die Tatsache, dass andere Psalmen andere Zuordnungen tragen, ist auf verschiedene Arten begründet worden. Ibn Esra behandelt die Autorenfrage mit der für ihn charakteristischen Ausgewogenheit und Intelligenz. Die Kommentare von Ibn Esra erfreuten sich von Beginn an großer Beliebtheit und werden noch heute insbesondere von fortgeschrittenen Studenten bewundert, nicht nur für ihren enzyklopädischen Charakter und den knappen, enigmatischen Stil, sondern vor allem für ihren kritischen, zum Nachdenken anregenden Geist sowie ihren Witz. Zahlreiche Superkommentare wurden zu seinen Glossen geschrieben und machen dieses Werk zu einem bedeutenden Glied in der langen Kette jüdischer Bibelauslegung.

 
Folien 82b-83a - Psalm 61 (Fol. 82b) - Eine menschliche Figur mit Hundegesicht mit erhobenem Haupt... mehr »

Einleitung

Dieses Faksimile ist das Ergebnis langjähriger Mühe und Forschung seitens Michael und Linda Falter, die sich dank der Fähigkeit, das Pergament, die zarte Farbgebung und das prägepolierte Gold mittelalterlicher Manuskripte nachzuahmen, einen besonderen Ruf für die Herstellung einiger der weltweit schönsten Manuskriptreproduktionen erworben haben. Jede Kopie ist eine möglichst getreue Reproduktion des Originals. Dieses Faksimile besitzt nicht nur das Aussehen, sondern auch das Gefühl des Originals.

Papier

Das originale Manuskript wurde auf weichem, lichtdurchlässigem und extrem dünnem Velinpapier geschrieben, das die Entwicklung eines weiteren speziellen Papiers voraussetzte. Das Ergebnis ist ein feines, unbeschichtetes, pH-neutrales Echtpergament mit denselben natürlichen Merkmalen von Tierhaut, die das Bedrucken so besonders schwer gestaltet.

Szene von Folio 118b - Psalm 83 - Eine menschliche Figur trägt einen grünlichen Kapuzenmantel, das Haupt und den rechten Arm erhoben, während er mit dem linken Arm auf drei Krieger vor ihm zeigt; zu seiner Linken steht das Anfangswort des Psalms. Die Krieger mit hoch erhobenen Häuptern tragen Piken, eine Rondache und ein Schild. Die Hauptfigur ist Asaph, der angebliche Verfasser des Psalms, der bittet: ‘Gott, bleib nicht so still und ruhig’, V.2 (1), und die Krieger sind die Feinde Gottes und Israels, V.3 (2), ‘die Dich hassen ’ und ‘das Haupt erheben’.

Photographie

Das Fotografieren des Manuskripts ist der erste Schritt in der Produktion eines Faksimile. Der späte berühmte italienische Meisterfotograf, Vivi Papi, fotografierte das Manuskript in der Palatina Bibliothek in Parma unter der Aufsicht von Nice Ugollotti, der Kuratorin für Hebräische Manuskripte. Um jegliche Wölbungen nahe des Buchrückens zu eliminieren, wurde das Manuskript aus dem Einband gelöst, damit es flach abgelichtet werden konnte. Speziell angefertigtes Glas, das sowohl ‘optisch flach’ als auch ‘optisch weiß’ ist, wurde verwendet, um die losen Folien flach zu fotografieren. Die Größe der gedruckten Seite entspricht daher exakt der Größe des Originals.

Farbtrennung, Korrektur & Druck

Nach dem Fotografieren wurde mithilfe der modernsten Digitaltechnologie Farbtrennungen angefertigt. Diese sind von einem Experten von Hand retuschiert und korrigiert worden, bevor der erste Satz Druckfahnen vorbereitet wurde. Jede Druckfahne wurde bis ins kleinste Detail mit dem Original verglichen und, wenn nötig, Farben hinzugefügt und Korrekturen vorgenommen, um absolute Farbübereinstimmung zu erzielen. Anschließend wurden sie in Italien erneut (bis zu vier Mal pro Seite) korrigiert, bis die Farben so exakt wie möglich mit denen des Originals übereinstimmten. Die Herausgeber standen während des gesamten Druckprozesses neben der Druckerpresse, um jede einzelne Seite vor dem Druck in bis zu zehn Farben persönlich zu prüfen und zu bewilligen.

Die Innenseite des hinteren Buchdeckels im Faksimile zeigt die handgestempelte Nummer und die Bibliotheksetiketten. vergrößern »

Vergoldung

Das erhöhte Gold des Originals befindet sich in einem außergewöhnlich guten Zustand, obwohl es mehr als 700 Jahre alt ist. Es wurde von uns mithilfe einer speziellen Methode entwickelt und stellt eine exakte Reproduktion der erhöhten Vergoldung ohne Prägung dar. Unsere Handwerker trugen das goldene Blattmetall per Hand auf jede einzelne Illumination auf.

Nummerierung

Die Nummer jedes Faksimiles ist dauerhaft mithilfe von Stahlstempeln in den Einband geprägt worden. Alle Druckplatten sind mit rabbinischer Genehmigung zerstört worden, so dass keine weiteren Kopien gedruckt werden konnten - die Einzigartigkeit sowie der Wert dieser Edition sind somit gewährleistet.

Über die Jahre haben verschiedene Bibliothekare eine Anzahl von Etiketten in die Innenseite des hinteren Buchdeckes geklebt. Jedes einzelne ist originalgetreu reproduziert und hinten in das Faksimile eingefügt worden.

Der Einband des Faksimiles. vergrößern »

Einband

Der Einband des Parma Psalters ist von einem Meisterbinder aus London reproduziert worden. Der einzig erhaltene Teil des originalen Einbands ist der Buchrücken, der minuziös auf Havana Schafshaut goldbedruckt, wettergegerbt und per Hand 'gealtert' worden ist. Die beiden Buchdeckel sind mit feinstem englischen Pergament überzogen.

Vor dem Binden wurden die unregelmäßigen Seitenkanten des Psalters mühsam auf die exakte Größe und Form des Originals zugeschnitten und anschließend vergoldet. Nach der Fertigstellung ist jedes Buch mithilfe von kleinen Stahlstempeln diskret auf der Innenseite nummeriert worden.

Der Kommentar-Band ist in dunkelbraunes Kalbsleder eingebunden und auf dem Buchrücken goldbedruckt.

Das Faksimile und der Kommentar-Band im eleganten Präsentationsschuber... vergrößern »

Präsentation

Das Faksimile und der Kommentar-Band werden gemeinsam in einem marmorierten Schuber präsentiert. Jeder Satz wird von einem Zertifikat mit den Siegeln und Unterschriften der Palatina Bibkiothek und Facsimile Editions begleitet.

Ein illuminiertes Zertifikat kann auf Wunsch von unserem Kalligraphen angefertigt werden. Ein Faksimile des Parma-Psalter-Faksimiles ist dem ersten Absolventen Jüdischer Studien an der Universität Oxford überreicht worden .

Edition

Die Edition ist streng limitiert auf 500 nummerierte und 50 Ad-Personam-Kopien. Jede Kopie wird von einem Zertifikat mit dem Siegel der Palatina Bibliothek begleitet, das die Nummer des Faksimiles und die Größe der Edition garantiert.

Versand, Verpackung & Versicherung

Der Preis schließt eine robuste Schutzverpackung, weltweiten Kurierdienst und Versicherung bis zur Haustür ein. Wir nutzen UPS für unsere Zustellungen und können in den meisten Fällen einen internationalen Übernachtexpress ohne Aufpreis anbieten. Sobald Ihre Bestellung eingegangen ist, erhalten Sie per E-Mail eine elektronische Rechnung sowie Daten zum Nachvollzug der Bestellung.

 

Die Wissenschaft ist immer ein wichtiger Aspekt der Arbeit von Facsimile Editions gewesen: große Sorgfalt ist auf die Einbeziehung führender Wissenschaftler bei der Untersuchung jedes Manuskripts gelegt worden, die oftmals faszinierendes neues Wissen ans Tageslicht befördert hat. Jeder Kommentar-Band ist erlesen gedruckt und im Einklang mit dem Design des Faksimiles eingebunden worden. Der Kommentar-Band zum Parma Psalter enthält viele Auszüge aus Ibn Esras Kommentar, von denen einige nie zuvor übersetzt worden waren.

Emmanuel Silver, ehemals an der British Library, verbrachte viele Jahre mit dem Studium dieses bedeutenden Textes von Ibn Esra und kommentiert ausführlich die von ihm übersetzten Stellen.

Malachi Beit-Arié, Ludwig Jesselson Professor für Kodikologie und Paläographie an der Hebräischen Universität in Jerusalem, untersuchte die Kodikologie des Manuskripts.

Thérèse Metzger, Kunsthistorikerin, diskutiert die Ikonographie und Illumination.

Nice Ugolotti, Kuratorin für Hebräische Manuskripte an der Palatina Bibliothek, beschreibt die De-Rossi-Sammlung in Parma. De Rossi hatte einen Katalog seiner Bibliothek zusammengestellt, den er 1803 veröffentlichte; doch nur wenige Jahre später, namentlich im Jahre 1816, verkaufte er sie für 100.000 Fancs an Napoleons Gattin, Marie-Louise, die Herzogin von Parma. Sie war es, die die Bibliothek der Palatina Bibliothek übergab, wo sie noch heute untergebracht ist.

Der von Jeremy Schonfield herausgegebene Kommentar-Band enthält Informationen, die nie zuvor zugänglich gewesen sind. Auch für den Laien bietet er eine einzigartige Einführung in die Welt mitterlalterlichen jüdischen Denkens und jüdischer Kunst.

Die Seiten 58-59 des Kommentar-Bandes.
Szene von Folio 188b - Psalm 127 - ‘Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen...’

Ibn Esras wegweisender Kommentar zu den Psalmen ist niemals komplett übersetzt worden, so dass der vorliegende Kommentar-Band sowohl den Wissenschaftler als auch den Laien in die Lage versetzt, die Sophistikation dieses Kommentars schätzen zu lernen. Emmanuel Silver bietet einen wissenschaftlichen Überblick über Ibn Esras Leben und Werk, einschließlich einer Übersetzung einiger der wichtigeren Psalmenkommentare. Der größte Teil von Ibn Esras Leben ist geheimnisumwoben und von Legenden umrankt, von denen einige schlichtweg erfunden wurden. Emmanuel Silver klärt die Sicht, indem er einige der verifizierbaren Ereignisse, einschließlich seines Todes in London, skizziert und Ibn Esras Ideen in Beziehung zu den Denkschulen seiner Zeit setzt.

Verschiedene Aspekte seiner komplexen Persönlichkeit treten aus in seinem ganzen Werk verstreuten Äußerungen hervor, besonders in seinen Gedichten, von denen einige einen charakteristischen Klang mutiger Distanziertheit haben. Der Kommentar-Band skizziert nicht nur die Stellung der Psalmen und von Ibn Esras äußerst orginellem Beitrag zum Verständnis des jüdischen Lebens, sondern beschreibt auch das spezielle Umfeld, in dem dieses Manuskript entstanden ist. Während des dreizehnten Jahrhunderts waren die Juden in Italien gewalttätigen Übergriffen auf ihren Glauben und ihr Leben ausgesetzt. Das Vierte Laterankonzil im Jahre 1215 hatte versuchte, sie zu Sklaven zu reduzieren und das zwangsweise Tragen einer Art von 'Judenstern' eingeführt. Darüberhinaus hatte der ‘Prozess’ und die Verbrennung des Talmuds in Paris im Jahre 1240 auch Auswirkungen auf die Lage in Italien. Bis zum Jahre 1278 kam es zu einer allgemeinen Abwertung der Stellung der Juden durch die Übergabe von Süditalien an Herrscher aus dem Hause Plantaneget unter den direkten Einfluss des Papstes im Jahre 1265. Dort lebten die meisten italienischen Juden - etwa 12.000-15.000. Im Anschluss an eine Blutanklage in Trani kam es zu einem gewalttätigen Kreuzzug, um die dort ansässigen Juden zu konvertieren. Bis 1294 hatte sich die Hälfte der Juden diesem Zwang unterworfen; andere zwang man zur Flucht, oder sie praktizierten heimlich ihren Glauben weiter. Es war im dreizehnten Jahrhundert, als dieses prächtige Buch in Auftrag gegeben und schließlich hergestellt wurde.

Auszug aus dem Kommentar-Band:

Of all the bright stars in the firmament of medieval Jewish history and literature, perhaps the most fascinating personality is Rabbi Abraham ben Meir, surnamed Ibn Ezra, of Tudela in Spain. He is celebrated equally as an incessant traveller, as a lifelong luckless but cheerful pauper, and as an amazing polymath, prolific writer and poet. Up to a couple of generations ago, you could mention his name to the average Jew in the synagogue - or for that matter the average Jewess in the kitchen, or even the child in cheder - and you would call forth a plethora of anecdotes, epigrams, travels, adventures, witty retorts and a list of literary works.
     Compare him with, say, Moses Maimonides, his younger coeval and compatriot, who likewise left Spain, travelled far and authored numerous books. He, too, is familiar to the Jewish masses thanks to the survival of a great deal of biographical details. But fascinating? Was he not a cold, logical thinker, a rational philosopher, a strict, legalistic codifier, a dry moralist who delighted in disabusing his contemporaries of their fond beliefs in the existence of demons and the efficacy of astrology and witchcraft? Ibn Ezra, by contract, is all light, wit, warmth, humour, adventure, poetry, a generous purveyor of astrological treatises and horoscopes, a pauper but a cheerful one, a man of the people wherever fate took him - isn't he?
     And yet, when we look closely at the evidence available, the comparison may have to be turned on its head. Maimonides' life is extraordinarily well documented. Hundreds of his letters have survived and been published, many of them 300 years ago. He could trace his descent back through seven generations of distinguished rabbis[1] (although we never hear of his mother). He was ascetic, yes, but not cold; he was very emotional[2] and compassionate.[3] A large part of the motive behind his second major opus, the legal code, was his desire to lead back to full belief and observance those of his coreligionists who had begun to fall under sectarian influences - and he succeeded by persuasion where his predecessors (e.g. Rabbi Saadia Gaon) by literary belligerence had generated more and more resistance. His third great work, The Guide for the Perplexed, was undertaken, not as a prescriptive code of what Jews should believe, but in response to an appeal by a young aspiring scholar in distant Iraq for guidance in his search for truth. And his fourth celebrated corpus of writings - the medical works - includes countless letters answering cries for help from the sick, Jewish and Muslim. His nursing of Richard the Lionheart (his employer's enemy) back to health is attested. On this score, too, should be remembered his description of his daily routine (in a letter dissuading a young French scholar from making the hazardous voyage to visit him at Cairo): 'When I return in the afternoon from my duties at Court, I find my surgery besieged by the sick waiting to consult me, both rich and poor, and I am so exhausted that I have to lie down while seeing patients.'[4]

Footnotes
[1] See the subscription (author's postscript) at the end of his first great work, the Commentary on the Mishnah.
[2] Compare his letter to Japhet ben Elijah, dayyan at Acre: ' ... The greatest evil that has ever befallen me in my life, the death of [his younger brother David] who was drowned in the Indian Ocean, taking with him a huge amount of money, his own, mine, and other people's, and leaving his baby daughter and his widow with me. For a year after hearing the news I was dangerously ill in bed with a serious skin disease and fever and depression. Since then, for the past eight years, I am still grieving and unconsoled. How can I feel consoled? He grew up on my knees, he was my brother, my pupil, he it was who ran the [family] business and earned our living while I could sit in peace [to study and write]. He was knowledgeable in... My only joy was seeing him... Every time I see his handwriting or one of his books, my heart turns over and my sorrow is reawakened ... '
[3] See, for instance, his Iggereth Teman and Iggereth ha-Shemad.
[4] The passage actually runs thus: '... You are welcome to come ... I long to see you ... but I would not like you to endanger yourself on such a voyage, for all you would achieve would be the sight of my face ... Do not hope to have my company or my attention for a single hour by day or night. This is how I pass my time: I live in Fustat and the king lives in Cairo two kilometres [lit., 'two sabbath journeys'] away. I have to visit him every morning early. If he feels weak or ill, or if any of his children or wives is sick, I will be there most of the day. Then one or two of his courtiers may feel ill and require my attention. In sum, ... if nothing untoward arises, I arrive home, never before midday, starving with hunger, to find the porticos brim full of people - Gentiles and Jews, important and ordinary, judges and officials, friends and enemies, all kinds - who know when I return. I dismount from my donkey, wash my hands, go out to them and beg them to fogive me while I eat a snack, the only meal I manage in twenty‑four hours. Then I go out and treat them and write them prescriptions and remedial regimes. They never cease entering and leaving until nightfall, sometimes two hours later or more. I speak with them lying prostrate from exhaustion. At night I am too weak to speak. In short, nobody can have a private discussion with me except on the sabbath. Then all or most of the congregation come after prayers and I give them instructions for the rest of the week ...' (Letter of Moses ben Maimon to Samuel ben Judah Ibn Tibbon, translator of The Guide for the Perplexed from Arabic into Hebrew. Dated 8 Tishre 1511 Greek Era [September/October 1199].

 
Im Überblick
Kodikologie
  • 452 Seiten, Größe 13,5cm x 10cm.
Papier
  • Mehrere Jahre der Forschung gipfelten in der Produktion eines Papiers, das die Opazität, Beschaffenheit und Dicke des originalen Pergaments exakt nachahmt. Es wurde in einer kleinen Papierwalze in den Alpen hergestellt, die auch für die Papiere unserer anderen Faksimiles verantwortlich ist. Dieses Papier ist weitläufig als eine der genauesten Nachahmungen von echtem Pergament anerkannt, die jemals durchgeführt worden ist. Das unbeschichtete, pH-neutrale Papier wurde exklusiv für dieses Faksimile entwickelt.
Photographie
  • Das Manuskript wurde aus dem Einband gelöst und jedes Folioblatt von einem Konservatoren vorsichtig 'entspannt', damit es flach fotografiert werden konnte. Das Manuskript wurde auf einem großformatigen Film durch speziell hergestelltes 'optisch flaches' und 'optisch weißes' Glas hindurch aufgenommen.
Farbtrennung & Korrektur
  • Die Farbtrenner kombinierten Laserscantechnologie mit präziser Handarbeit, um die Farbtrennungen anzufertigen, die für die Vorbereitung der ersten Druckfahnen nötig sind. Diese wurden anschließend von den Farbtrennern, den Herausgebern und dem Drucker mit dem Original in Parma verglichen und notwenige Korrekturen vorgenommen. Für jede einzelne Seite wurden bis zu vier Druckfahnen angefertigt, um die größtmögliche Ähnlichkeit mit dem Original zu gewährleisten.
Druck
  • Das Faksimile wurde im Offsetdruck in bis zu zehn Farben gedruckt. Jedes Blatt wurde unter der genauen und kritischen Aufsicht der Herausgeber gedruckt, die während des gesamten Prozesses an der Druckerpresse in Italien waren.
Vergoldung
  • Das prägepolierte Gold im Manuskript befindet sich noch immer in einem außergewöhnlich guten Zustand, obwohl es beinahe 700 Jahre alt ist; es wurde reproduziert, indem man vor dem Auftragen des Metallblatts die Fläche unter dem Gold aufgebaut hat.
Schnitt
  • Jede Seite ist auf seine exakte Form und Größe im Original zugeschnitten und anschließend mit 23-karätigem Gold vergoldet worden.
Einband
  • Das Faksimile ist in feinstes Velinpapier eingebunden; der Buchrücken besteht aus Havana-Schafsleder. Der Einband ist zuerst goldbedruckt, dann wettergegerbt und später von Hand 'gealtert' worden. Das Faksimile weist eine grüne Fläche aus Marokko-Leder mit dem Titel des Bandes auf. Die ursprüngliche Formation der Lagen des Manuskriptes ist genau beachtet und eingehalten worden.
Kommentar-Band
  • 280 Seiten auf blauem Fabriano Ingres Papier gedruckt. Eingebunden in weiches, dunkelbraunes Kalbsleder, auf dem Buchrücken goldbedruckt.
Geschenkzertifikat
  • Ein illuminiertes Zertifikat begleitend zum Faksimile, mit Widmung an eine Privatperson oder Institution, kann auf besonderen Wunsch von unserem Kalligraphen angefertigt werden.
Präsentation
  • Das Faksimile und der Kommentar-Band werden in einem eleganten, handmarmorierten Schuber präsentiert, der an den Ecken mit Marokko-Leder überzogen ist.
Edition
  • Die Edition ist streng limitiert auf 500 nummerierte und 50 Ad-Personam-Kopien. Jeder Band ist per Hand diskret auf der Innenseite des Einbands nummeriert worden. Es wird von einem nummerierten Zertifikat begleitet, das sowohl den Siegel der Palatina Bibliothek als auch die Signatur der Kuratorin trägt. Nach dem Binden sind die Druckplatten zerstört worden, um den erheblichen Investitionswert jedes einzelnen Faksimiles zu gewährleisten.
Versand, Verpackung & Versicherung
  • Preis schließt robuste Schutzverpackung, weltweiten Kurierdienst und Versicherung ein
  • Kurierdienst, für gewöhnlich mit UPS
  • Internationaler Übernachtexpress normalerweise ohne Aufpreis erhältlich
  • Elektronische Rechnung und Daten zum Nachvollzug der Bestellung werden direkt per E-Mail zugesandt
 
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