Einer der weltweit wertvollsten Schätze hebräischer Manuskriptkunst
 


British Library, London

Das North French Hebrew Miscellany

Add. Ms. 11639

Einer der weltweit wertvollsten Schätze hebräischer Manuskriptkunst. Um 1278 in Nordfrankreich geschriebenen und aufwendig illustriert zeugt dieses Werk von einer außerordentlich bedeutenden Periode in der Geschichte und Kultur des jüdischen Volkes.

Eine feine limitierte Edition von 360 Kopien mit einem ausführlichen Kommentar-Band.

ISBN 0 948223 219
Preis: £7,425.00

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Folio 172a - Das Kolophon von Benjamin dem Schreiber ...mehr »

Brief der British Library (.pdf)

Einführung

Das North French Hebrew Miscellany ist das wohl prächtigste Exemplar Hebraika der British Library. Vor 720 Jahren, in einer Zeit großer Aufruhr für die Juden Europas, fertiggestellt, ist sein Inhalt so mannigfaltig und umfangreich, dass es eher als Bibliothek denn als Buch bezeichnet werden muss. Seine 84 verschiedenen Textarten, einschließlich hunderter Gedichte, spiegeln die intellektuellen Vorlieben seines Auftraggebers wider. Diese umfassen den Pentateuch und die Haftarot (Prophetenlesungen), das Hohelied und mehrere andere Bibeltexte; die täglichen Gebete sowie die Schabbat- und Festliturgie, einschließlich derer für Rosch Haschana und Jom Kippur; Tischgebete; Pirkej Awot (Ethik der Väter); eine Vielzahl an Gesetzen und Floskeln für Übereinkommen bezüglich Heirat, Scheidung und Geschäftspartnerschaften; ein arithmetisches Rätsel; Gesetze bezüglich der Tefilin, des rituellen Schlachtens und eine Fülle anderer Texte einschließlich der Mesusa; die älteste erhaltene Kopie der hebräischen Version des Buches Tobit, eine breite Auswahl mittelalterlicher Lyrik und die älteste bekannte Kopie von Isaak de Corbeils Sefer Mitsvot Katan, das dieser 1277 verfasste.

Ein Triumph der gotischen Kunst

Nicht weniger bedeutend als die Texte sind der Umfang und die Bandbreite der kunstvoll ausgearbeiteten Illuminationen. Die meisten der 1.494 Seiten sind im Stile der hervorragendsten Künster der Hochgotik verziert worden. Die aschkenasische hebräische Manuskriptillumination erreichte während einer kurzen Zeit seinen künstlerischen Höhepunkt in Nordfrankreich, doch nur wenige aus dieser Schule stammende Manuskripte haben überlebt.

Folien 117b-118a - Fol. 117b zeigt König David mit goldener Krone und einem mit blauweißem Feh besetztem Umhang; er spielt die Harfe. Fol. 118a zeigt Abraham mit Spitzhut, unter einem Baldachin inmitten eines Hauses stehend, entsprechend des biblischen Textes: 'Und er saß am Eingang seines Zeltes...' (Gen.18:1) 'und er hob seine Augen und sah ... drei Männer vor ihm stehen (Gen 18:2). Die untere Szene stellt den Übergang zu Vers 8 dar: 'Und er stand bei ihnen unter dem Baum, derweil sie aßen'.

Add. Ms. 11639 ist ein Meisterwerk seiner Zeit und seines Ortes und zeugt von der künstlerischen Qualität, die zu jener Zeit in Nordfrankreich erzielt worden ist. Benjamin der Schreiber arbeitete mit Künstlern zusammen, deren Fertigkeiten mit denen der Erschaffer der prächtigsten zeitgenössischen gotischen Manuskripte vergleichbar ist. Die zahlreichen, ganze Seiten füllenden Miniaturen stellen berühmte Szenen aus der Bibel dar. Randverzierungen mit ihren abwechlungsreichen Arabesken, Grotesken, Blumen, Vögeln und Fischen verzieren nahezu jedes Folio.

Folio 520a - Samson. mehr »

Der Text verweist auf einen Ursprung des Manuskripts irgendwo in der Region des Elsass. Yael Zirlin, der die Ikonographie des Manuskripts im Kommentar-Band beschreibt, vermutet hingegen, dass einige der Illustrationen in den Werkstätten von St. Omer fertiggestellt worden seien, während andere wiederum von Künstlern der königlichen Ateliers auf der Ile-de-la-Cité in Paris angefertigt worden sein mögen.

Der Textbeleg für den Ursprungsort um die Gegend von Metz herum wird jedoch nicht von der künstlerischen Verzierung bestätigt. Wissenschaftler des zwanzigsten Jahrhunderts kommen zu verschiedenen Schlussfolgerungen bezüglich der Identität und Niederlassungen der Künstler, die das Manuskript verziert haben. Einige waren der Ansicht, dass die Künstler Juden, andere wiederum, dass sie Christen waren; einige betrachteten die Zeichnungen als das Werk mehrere Künstler, andere wiederum vermuteten dahinter die Arbeit eines einzelnen. Darüberhinaus ist der genaue Ort sowie die genaue Zeit jeder einzelnen Arbeitsphase gleichermaßen ungewiss. Der Kommentar-Band zum Faksimile bietet jedoch eine sich neu abzeichnende Gewissheit: Malachi Beit-Ariés detaillierte Untersuchung der Art der Vorbereitung und Zusammensetzung der Seiten bestätigt die Schlussfolgerungen Yael Zirlins, demgemäß die anfänglichen Phasen der Illumination von Künstlern in St. Omer durchgeführt und alle späteren Illustrationen von den königlichen Künstlern der Ateliers in Paris ausgeführt worden sind. Die Mehrzahl der Wissenschaftler stimmen darüber ein, dass die Arbeit von drei bis fünf verschiedenen Künstlern ausgeführt worden ist.

Die unzähligen den Text verzierenden Bilder überraschen den Betrachter mit einem visuellen Festgelage. Viele der Seiten füllenden Miniaturen werden von Kunsthistorikern wegen ihrer hervorragenden Technik gepriesen, doch nur wenige Forscher hatten bisher das Privileg, diesen Schatz in Händen zu halten.

Folio 260b - Ester vor Ahasveros. mehr »

Der Auftraggeber

Bei dem Auftraggeber muss es sich um einen Gelehrten mit immensen finanziellen Mitteln gehandelt haben. Das Manuskript enthält nicht nur alle Texte, die er für bedeutend hielt, sondern ist zugleich ein kostspieliges Kunstwerk. Die Miniaturen reflektieren die Werte, Erinnerungen und Ideen, aus denen sich sein spirituelles Weltbild zusammensetzte, einschließlich der Gefahren für das jüdische Volk, seine Hoffnungen auf messianische Erlösung und den Sieg über das Böse, Erinnerungen an antike jüdische Anführer und Helden wie zum Beispiel Moses, Samson, Judit, David, Daniel and Ester sowie die Erinnerung an den Tempel und den Traum von seiner Wiedererrichtung.

In einem faszinierenden Artikel im Kommentar-Band vertritt Malachi Beit-Arié die Meinung, dass der Schreiber zugleich auch der Besitzer des Manuskriptes gewesen sei.

Falls diese Behauptung zutrifft, handelt es sich um niemand anderen als Binyamin Ha-Sofer (Benjamin den Schreiber), dessen Name in mehreren Kolophonen im Manuskript erwähnt wird. Yael Zirlin hingegen behauptet, dass aufgrund der sieben ganzseitigen Illustrationen Aarons - die in keiner Relation zu dessen Stellung in der heiligen Schrift stehen - anzunehmen sei, dass der Auftraggeber ein gewisser Aaron gewesen sei.

Wir überlassen es dem Leser, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen und würden uns glücklich schätzen, neue und alternative Theorien zu erhalten und veröffentlichen zu können.

Folio 518b - Leviatan. mehr »

Das Schicksal des Manuskripts

Ein in einer deutschen rabbinischen Handschrift geschriebener Kaufvertrag belegt, dass das Manuskript 1431 von Samuel b. Chaim an Abraham b. Moses von Koburg verkauft worden war. Das Manuskript hatte Frankreich vermutlich im Jahre 1306 verlassen, als seine Besitzer während einer Welle der Verfolgung vertrieben worden waren. Um 1479 hatte es das italienische Mestre und etwas später Venedig erreicht. 1480 war es in Padua und 1481 in Iesi nahe Ancona.

Zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts hin gelangte es nach Nordostitalien und wurde im sechzehnten Jahrhundert in Modena, nahe Bologna, neu gebunden. Der herrliche Kalbsledereinband, der noch immer existiert, trägt das Wappen der Familie Rovigo. Rabbi Abraham b. Michael, ein kabbalistischer Autor und eines der bedeutendsten Mitglieder jener Familie, mochte das Manuskript besessen haben. Im siebzehnten Jahrhundert wurde es von einem Zensor geprüft und gelangte später in den Besitz der Barberini Familie, deren berühmtes Insigne einer goldenen Biene noch heute unterhalb einer später vorgenommenen Verzierung ausgemacht werden kann. Wo sich das Manuskript in der Zwischenzeit befunden hat, ist ungewiss, obgleich Kardinal Richelieu, Louis XIV., Heinrich IV. und Katharina von Medici allesamt hebräische Manuskripte gesammelt haben. Wo immer es auch gewesen sein mag, Giovanni Bernardo de Rossi war in der Lage, es im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts zu untersuchen und 1784 in Parma in sein grundlegendes Werk "Variae lectionis veteris testamenti" einzufügen. Schließlich gelangte das Manuskript in den Besitz der Reina Bibliothek von Mailand und verblieb dort, bis es 1839 von Maison Silvestre in Paris an Payne & Foss und von dort aus weiter an das British Museum verkauft wurde, wo es zum "Additional Manuscript 11639 "wurde, einem unvergleichlichen Zeugnis des Kunstsinns und der Kultur der französischen Juden im dreizehnten Jahrhundert.

Folio 521b (rechts) - Die Bindung des Isaak. 'Und Abraham ... band seinen Sohn... streckte die Hand aus und ergriff das Messer, seinen Sohn zu schlachten ... und der Engel Gottes rief ihm vom Himmel aus zu ... und ... hinter ihm hatte sich ein Widder mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen' (Gen. 22:9-13). Abraham am Altar, Isaak am Stirnhaar packend, das Messer bereit. Er wendet seinen Kopf einem Engel zu, der die Klinge des Messers festhält, es so von Isaak fernhält. Zugleich zeigt er auf einen im Gebüsch verfangenen Widder. Die Szene der Akeda, der Bindung des Isaak, ist in aschkenasischen Manuskripten jener Zeit ein übliches Motif.
Folio 522a (links) - Darstellung des Stiftzeltes. Im Zentrum des Medallions befindet sich die Bundeslade, flankiert von zwei Cherubim, darunter die Schaubrote. Zur Rechten ein Gefäß voll Manna. Die Lade hat die Form einer goldenen Kiste mit zwei Ringen, durch die ein Stab eingeführt wurde. Die farbige Wölbung darüber stellt vermutlich den Kaporet - 'den Sitz der Gnade' - dar. Obgleich die beiden Cherubim nicht golden sind, spreizen sie ihre Flügel über dem Kaporet. Jeder Cherub hat sechs Flügel, obgleich Jesaja 6:2 den Seraphim sechs Flügeln zuspricht, während die Cherubim in Ezechiel 10:20-1 als lediglich vierflügelig beschrieben sind. Der Tisch der Schaubrote wird als langer, sechsbeiniger Tisch abgebildet, der sechs rundliche Objekte trägt, die beidseitig von zwei Messern flankiert sind. Aaron platziert das Gefäß mit einem Gomer Manna 'vor Gott, ... vor das Zeugnis' (Ex. 16:33-4). Die Tatsache, dass Gott zwischen den beiden Cherubim über der Bundeslade her zu Moses spricht, weist auf die ordnungsgemäße Position des Gefäßes in der Illustration hin.
Folio 352a. vergrößern »

Die Umwelt des Manuskripts

Nordfrankreich, wo das Manuskript angefertigt wurde, beheimatete im Mittelalter eine florierende jüdische Gemeinde. Im Jahre 1040, dem Geburtsjahr Raschis, lebten in Troyes etwa 1.000 Juden. Als junger Mann hatte Raschi die Gelegenheit, sich mit so vielseitigen Gebieten wie der Agrarwirtschaft, dem Löten, dem Weben und der Seiderstickerei mit Gold zu beschäftigen. Später verließ er Troyes, um in Mainz und Worms zu studieren. Als er 1070 zurückkehrte, gründete er seine eigene Akademie, die bald schon denen der Rheinprovinzen Konkurrenz machte und sie schließlich verdrängte.

In den Jahren 1095-6 ermordeten Kreuzfahrer mehrere von Raschis Freunden und Verwandten im Zuge von Massakern, auf die Raschi in seinen Schriften anspielt. Seine drei Töchter heirateten allesamt berühmte Gelehrte und bekamen selbst Söhne, die für ihre Gelehrsamkeit bekannt wurden. Am bekanntesten ist Raschi für seine Kommentare, die selbst christliche Bibelauslegung beeinflusst haben. Sein Bibelkommentar war das erste hebräische Buch, das gedruckt wurde, und da Raschi seltene oder schwierige hebräische Begriffe oftmals ins Altfranzösische übersetzt, stellen seine Schriften eine wichtige Quelle für Forscher der französischen Sprache dar. Raschis Nachkommen und Schüler - die den Kern einer Gruppe talmudischer Kommentatoren namens Tosafists bildeten - lebten für viele Generationen in jener Region und machten sie so zu einem wichtigem Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. Im Jahre 1240, noch bevor die Idee zu dem Manuskript entstanden war, leitete Jechiel von Paris, ein bedeutender Gelehrter aus Nordfrankreich, die talmudische Akademie von Paris und war zudem der Hauptverteidiger des Judentums in der Disputation von Paris, die am Hofe Louis IX. abgehalten wurde.

Folio 186b. vergrößern »

Als Folge dieses Schauprozesses kam es zu öffentlichen Verbrennungen von Wagenladungen jüdischer Bücher, denen der König persönlich beiwohnte. Diese dezimierte die Anzahl der heute erhaltenen hebräischen Manuskripte erheblich. In unserem Manuskript zitiert Benjamin der Schreiber eine Ansicht, die er persönlich von Jechiel gehört hatte, der nach der Disputation ins Heilige Land auswanderte. Im Jahre 1288 fiel die jüdische Gemeinde von Troyes einer Blutanklage zum Opfer, nachdem am Karfreitag, zur Zeit des Pessachfestes, die Leiche eines Christen entdeckt wurde, die heimlich in das Haus von Isaac Châtelain, eines angesehenen Juden, geschmuggelt worden war.

Im Anschluss an eine Nachforschung, die von Franziskanern und Dominikanern durchgeführt wurde, opferten sich dreizehn Juden, um den Rest der Gemeinde zu retten und wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Einige Jahre später wurden die Juden aus Frankreich vertrieben. 1308 lebte nicht ein einziger Jude im Département von Aube. 1966 wurde das Raschi Gemeindezentrum gebaut; es dient seitdem einer kleinen Gemeinde von etwa 400 Juden.

 
Inhalt

Haupttexte

  1. Die Tora (Pentateuch) mit illuminierten Überschriften der Parascha (wöchentliche Lesung).
  2. Die Haftarot (Prophetenlesungen) für die Feste und für die vier speziellen Schabbatot vor Pessach - vokalisierter, mit Kantillationszeichen versehener massoretischer Text mit illuminierten Überschriften.
  3. Der Targum (Übersetzung) zu den Haftarot für Pessach und Schawu'ot (Pfingsten).
  4. Tikkun Soferim: Anleitung für Tora-Schreiber, die die Eigenarten des massoretischen Textes hervorhebt.
  5. Das Hohelied, Ruth und Prediger; für Lesungen an Pessach, Schawu'ot und Sukkot (Laubhüttenfest).
  6. Seder hama'aracha: ein wöchentlicher Zyklus von Lesungen aus der Schrift, zusammengestellt von Elija ben Menachem ha-Zaken (Le Mans, Frankreich, 11. Jahrhundert).
  7. Die täglichen und Schabbatgebete.
  8. Tora-Lesungen für den Neumond, Purim und Fastentage.
  9. Pirkej Awot, 'Ethik der Väter': Mischna-Traktat, während der Sommermonate am Schabbat Nachmittag gelesen.
  10. Die Festversion des Amida-Gebetes.
  11. Die Pessach Haggada.
  12. Der Targum zur Tora-Lesung für den siebten Tag des Pessachfestes.
  13. Der Targum zur Tora-Lesung an Schawu'ot, einschließlich der Zehn Gebote und anderer Targumim.
  14. Hosha'anot: eine Sammlung von Prozessionshymnen für Sukkot (Laubhüttenfest).
  15. Hymnen für das Fest Simchat Tora (Fest der Tora-Freude).
  16. Eine Sammlung von Pijutim (liturgische Gedichte) für die Abendgottesdienste an Pessach, Schawu'ot, Rosch Haschana (Neujahrsfest) und Sukkot.
  17. Eine Liste von Tora-Lesungen für Feste und Fastentage.
  18. Gebete anlässlich Hochzeiten und Geburten.
  19. Anleitung für die Zeremonie des Seder (am Vorabend zu Pessach).
  20. Segen über den Lulaw an Sukkot, für Hochzeiten und für das Aufheben böser Träume.
  21. Gesetze zum rituellen Schlachten und der Fleischzubereitung.
  22. Der Begräbnisgottesdienst.
  23. Eine Sammlung von Floskeln für rechtsmäßige Dokumente, insbesondere für Scheidungen, Leviratsehen, Kredite, Gesellschaften und Testamente.
  24. Floskeln bezüglich der Bestrafung von Denunzianten und Verrätern.
  25. Dekrete des Rabenu Gerschom ben Juda (960-1028), des großen aschkenasischen Gelehrten, dem das Verbot der Bigamie zugesprochen wird.
  26. Seder Halitza: die Zeremonie zur Vermeidung einer Leviratsehe.
  27. Eine Sammlung von Pijutim für die Morgengottesdienste an speziellen Schabbatot, einschließlich der für Channuka und vor Purim und Pessach.
  28. Pijutim für die Morgengottesdienste an Pessach, Schawu'ot und Sukkot, einschließlich des Schabbat Bereschit, an dem die Lesung von Genesis jedes Jahr neu begonnen wird.
  29. Zweiunddreißig Pijutim für einen späteren Zeitpunkt des Morgengottesdienstes.
  30. Sechsundsechzig Pijutim für den Morgesgottesdienst an Rosch Haschana.
  31. Die Gottesdienste für Jom Kippur (Versöhnungsfest), einschließlich von 82 Pijutim.
  32. Der Gottesdienst für Kol Nidre (Vorabend des Versöhnungsfestes), einschließlich von 32 Pijutim.
  33. Die Klagelieder (rezitiert am Fastentag des 9. Aw).
  34. Das Buch Ester (rezitiert an Purim).
  35. Kalendrische Tabelle für die Jahre 1280-1296, die das Erscheinen des Neumondes anzeigt.
  36. Bußgebete, einschließlich einiger für Jom Kippur.
  37. Siebzig Selichot (Bußgebete).
  38. Sechsundsechzig Pijutim.
  39. Neun Tochachot (Warnungen vor Sünde).
  40. Elf Akedot (Gebete zum Thema der Bindung des Isaak - Genesis 22).
  41. Ein Index von Texten in Nos 37-40 (above).
  42. Der Text der Mesusa (am Türrahmen befestigte Schriftrolle), und Anleitungen zur Vorbereitung von Tefilin (Gebetsriemen) auf Grundlage von Maimonides' Gesetzeskodex.
  43. Ein Zyklus von 72 Schriftversen, dem Gebet für Reisende, Segen für besondere Anlässe einschließlich Tischgebeten und dem Aaronitischen Segen.
  44. Eine Sammlung von 9 Pijutim, einschließlich der Tischhymnen für den Schabbat und eine vom Schreiber des Manuskriptes verfasste Hymne über den Märtyrertod des Rabbi Schimschon in Metz im Jahre 1276.
  45. Kalendrische Tabellen und Diagramme für die Jahre 1278-1311.
  46. Sefer Mitzwot Katan von Isaak de Corbeil. Dieser Gesetzeskodex, der in sieben Lesungen pro Woche unterteilt ist, wurde vermutlich um das 1277 herum verfasst. Gemäß dem Kalender für das Jahr 1278, der im vorhergehenden Text enthalten ist, handelt es sich hierbei um eine der ersten angefertigten Kopien dieses Werks.
  47. Ein Kommentar zu einem poetischen Gesetzeskodex von Elija ben Menachem ha-Zaken.
  48. Kommentare zu Pijutim für verschiedene Feste.
  49. Ein Anhang zu Megillat Ta'anit, einem frühen rabbinischen Werk zu Fastentagen und den Ereignissen, an die diese gemahnen.
  50. Liste von Bibellesungen mit Gedächtnisstützen.
  51. Sefer Tarschisch, eine bedeutende Sammlung von Gedichten des spanischen Dichters und Philosophen Moses ibn Esra (ca.1055 - nach 1135).
  52. Ein Kommentar zu den Gedichten für Rosch Haschana.
  53. Eine Kommentar zu den Gedichten für Jom Kippur.
  54. Gematria (numerologische Entsprechungen) zwecks kabbalistischer Meditation.
  55. Verhaltensregeln für Feste und Fastentage.
Folio 521a - Die Szene von Noah in der Arche bildet verschiedene Phasen der Geschichte ab. In Gen. 8:4-13 lesen wir, dass Noah einen Raben und eine Taube aussendete, nachdem die Arche auf dem Berg Ararat liegen geblieben war. In der Illustration ist die Arche von grünem Wasser umgeben und die Andeutung eines Berges ist zu sehen. Dennoch sitzt der Rabe auf dem Dach der Arche und die Taube kehrt, einen Olivenzweig im Schnabel, zurück zu Noah. Die Arche, in Form eines Gebäudes, dass auf einer Ziegelsteinmauer steht, ist das einzige aschkenasische Beispiel jener Zeit.

Weitere Texte

  1. Hallel: Psalmen 113-118, rezitiert an Neumonden und Festen.
  2. Der Psalter.
  3. Die Schabbattischhymne "Baruch El Eljon" von Baruch ben Samuel.
  4. Die Schabbattischhymne "Yatza Dewar ha-Malka".
  5. Die Sprichwörter.
  6. Ein Lobgebet und ein Bittgebet für Schutz.
  7. Das Buch Daniel.
  8. Das Buch Esra und das Buch Nehemia.
  9. Ein Kommentar zu einigen der Pijutim, die auf derselben Seite wie 27 oben erscheinen.
  10. Ein Kommentar zu einigen der Pijutim für Pessach, die auf denselben Seiten wie 28 oben erscheinen.
  11. Die wöchentlichen Haftarot und die einleitenden und abschließenden Segen als Ergänzung zu 2 oben.
  12. Das Buch Hiob.
  13. Ein einleitender Pijut zum Tischgebet.
  14. Ein Kommentar zu den Gebeten, die auf denselben Seiten erscheinen wie die oben unter 36-38 aufgelisteten.
  15. Ein Pijut mit dem Akrostichon 'Salomo'.
  16. Eine Abhandlung über die Vokalisation der hebräischen Bibel.
  17. Eine Abhandlung über die Kantillationszeichen in der hebräischen Bibel.
  18. Eine Abhandlung zur Aussprache des Hebräischen.
  19. Eine Gedicht über Kantillation von einem Gelehrten aus Nordfrankreich.
  20. Eine Auflistung von Großbuchstaben in Manuskripten der hebräischen Bibel.
  21. Beispiele biblischer Gematria.
  22. Ein arithmetisches Rätsel.
  23. Ein kurzer Text zu einem messianischen Thema.
  24. Ein kurzer Text zu einem talmudischen Thema.
  25. Eine kurze Auflisting rabbinischer Nachfolge von Moses bis zu den Redakteuren des Talmud.
  26. Ein alphabetischer Index im Talmud erwähnter Rabbinen.
  27. Eine Auflistung mischnäischer und talmudischer Rabbinen.
  28. Eine Beschreibung von Personen, die als gerichtliche Zeugen ungeeignet sind.
  29. Das Buch Tobit. (Ein äußerst seltener Text in mittelalterlichen Manuskripten.)
 

Einleitung

Ein Faksimile gestattet dem Leser das seltenen Privileg der persönlichen Untersuchung eines weltweit einzigartigen Manuskriptes. Langsam die Seiten umblätternd, kann man den detaillierten Charme der Miniaturen, die Schönheit der Farbgebung, die Beschaffenheit der Seiten und den einzigartigen Geruch handgefertigten Leders genießen. Man geht auf Entdeckungsreise zurück in das dreizehnte Jahrhundert, denn das Faksimile führt einem das Original beinahe so nahe wie 720 Jahre zuvor den Auftraggeber, den Schreiber und die Künstler.

Die atemberaubende Klarheit der Reproduktion des Manuskripts ist der Gipfel von zwanzig Jahren Arbeit seitens Linda und Michael Falter, die ein einzigartiges Ansehen für ihre Fähigkeit erworben haben, das Pergament, die Farben und das prägepolierte Gold mittelalterlicher Manuskripte exakt nachzubilden. Jede Kopie ist so originalgetreu wie möglich. Die Falters überwachten persönlich jede Arbeitsphase in den norditalienischen Ateliers, in denen ihre Handwerker einige der weltweit besten Manuskriptreproduktionen erschaffen.

Folien 113b-114a - Aaron als Hohepriester. Im Stiftszelt gießt Aaron Öl in die entzündeten Lampen der Menora, dem siebenarmigen Leuchter.

Vorbereitungen

Bevor die Arbeit beginnen konnte, musste der Einband des Manuskriptes 'entspannt' werden, so dass die Seiten flach abgelichtet werden konnten, ohne die empfindliche Nähung zu beschädigen, die die Blätter zusammenhält. John Mumford, der Chefkonservator der British Library, verbrachte Tage damit, den Kleber am Buchrücken zu entfernen, der aufgetragen worden war, als das Manuskript im sechzehnten Jahrhundert in Italien und dann im neunzehnten Jahrhundert im British Museum neu gebunden wurde. Vorsichtig bewahrte er die erhaltene Nähung, die im Rahmen der Restaurierung durch die Rogivo Familie durchgeführt worden war.

Laurence Pordes, Cheffotograf der British Library.

Photographie

Um eine minimale Belastung der Bindung zu gewährleisten, wurde ein spezielles Gerüst gebaut, um den Band während des Fotografierens zu stützen. Mit großer Sorgfalt war man darauf bedacht, die Seiten des Manuskripts vor Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen zu bewahren. Großformatige Diapositive wurden auf einer speziell hergestellten Serie von Ektachrome-Filmen aufgenommen und anschließend mithilfe modernster qualitätskontrollierender Technik im Labor entwickelt.

Farbtrennung

Auf Grundlage der hochqualitativen fotografischen Diapositive fertigte ein fachmännisches Team Farbtrennungen an, wobei anspruchsvolle Digitaltechnologie mit der seltenen Fähigkeit, per Hand zu retuschieren, kombiniert wurde. Anschließend verglichen die Falters die Druckfahnen, die auf speziell gewalztes Papier gedruckt worden sind, mit dem Original in der British Library in London und machten ausführliche Notizen zu den notwendigen Korrekturen jedes einzelnen Folios. Über mehrere Monate wurden fortlaufende Serien neuer Druckfahnen angefertigt und mit dem Manuskript verglichen, bis die größtmögliche Ähnlichkeit erzielt werden konnte. Viele Veränderungen waren nötig, bis die Druckfahnen vom Original praktisch nicht mehr unterschieden werden konnten.

Papier

Große Sorgfalt wurde darauf verwandt, ein Papier zu walzen, das dem Papier des originalen Manuskriptes hinsichtlich des Aussehens, des Gefühls und der Haltbarkeit so ähnlich wie möglich ist. Um das zu erreichen, wurden die Blätter des Originals sorgfältig untersucht, die Opazität, die Beschaffenheit und die Dicke des Pergaments gemessen und auf Grundlage dieser Maße exklusiv für dieses Faksimile ein spezielles Papier entworfen und gewalzt. Es ist ein unbeschichtetes, pH-neutrales Echtpergament mit einem Gewicht von 125 gsm.

Folio 518a - König Salomo richtet über zwei Huren, die dasselbe Kind für sich beanspruchen. Links wenden sich die beiden Frauen an den König. Das rundliche Gesicht der Knienden offenbart einen Anflug von Furcht, ihre Hände verraten ein Flehen. Die stehende Frau hinter ihr, in rotem Kleid und mit eleganter Kopfbedeckung, hat ein kleines Gesicht und ein breites Lächeln. Die Kleidung und Gesichtsausdrücke erlauben uns, die wahre Mutter zu ermitteln. Salomo gestikuliert lediglich mit dem Zeigefinger. Zu seiner Rechten erhebt ein Diener sein Schwert, um das nackte Kind in seiner Hand zu durchteilen.

Druck

Michael Falter bildet die dritte Generation seiner Familie, die eine Laufbahn im Druckwesen anstrebte. Er und seine Gattin Linda überwachten sorgfältig jede Phase der Produktion in Mailand, wo sie mit demselben Team zusammen arbeiteten, das seit 25 Jahren an jedem ihrer Bücher mitgewirkt hat. Ausdauer, Geduld und Fertigkeit sind unerlässlich, da es durchaus vierundzwanzig Stunden in Anspruch nehmen kann, um die exakte Farbbalance und den Farbton zu erzielen, die für jedes einzelne Blatt erzielt werden müssen, bevor der Druck beginnen kann. Bis zu zehn Farben werden in dem sogenannten lithographischen Prozess verwandt. Die Falters lebten während des gesamten Druckprozesses in Mailand, verglichen die letzten Druckfahnen, Diapositive und Notizen mit jedem einzelnen Blatt, das gedruckt wurde, um die Übereinstimmung der Farben im Faksimile mit denen des Originals zu gewährleisten.

Vergoldung

Keine Druckmethode ist in der Lage, das prägepolierte Blattgold in Manuskripten adäquat nachzuahmen. Viele Jahre Arbeit und erhebliche Summen wurden in die Forschung und Entwicklung einer speziellen Methode investiert, die es Handwerkern kleiner Werkstätten ermöglicht, Blattgold und -silber auf jede einzelne Seite per Hand aufzutragen. An den Stellen, an denen das prägepolierte Gold im Original erhöht ist oder an denen die Künstler Goldfarbe benutzt haben, ist es im Faksimile exakt reproduziert worden.

Der Einband des Faksimiles... mehr »

Einband

Der Faksimile-Band ist in kostbares, glattes, dunkelbraunes Kalbsleder eingebunden, das ebenso wie das Original goldbedruckt worden ist. Für den Golddruck wurde 23-karätiges Gold verwandt, einschließlich des zentralen Medallions, das Jakobs Traum darstellt, und des charakteristischen Bienenwappens der Barberini Familie, in deren Besitz sich das Manuskript einst befunden hat. Im Kontrast und zugleich ergänzend zum Faksimile wurde der Kommentar-Band in luxuriöses weißes Pergament eingebunden. Die beiden Bände werden in einem handgefertigten, an den Ecken mit Leder überzogenen Schuber präsentiert.

 

Unerlässlich für diese Faksimile-Edition ist der beachtliche Kommentar-Band mit Artikeln führender Experten zu jedem einzelnen Aspekt des Manuskripts. Dazu gehören ein Überblick über den geschichtlichen Kontext, in dem das Manuskript erdacht und umgesetzt wurde, eine gründliche Untersuchung der Illustrationen und Illuminationen einschließlich ihrer Ikonographie, eine ausführliche Beschreibung aller 84 Textgruppen, eine Studie seines Ursprungs sowie der Tinte, des Pergaments, der Farbstoffe und des Einbandmaterials, die für die Schaffung dieses Meisterwerks Verwendung fanden. Ein kompletter Index und ein Glossar vervollständigen den Kommentar-Band. Bedeutende Wissenschaftler auf den Gebieten des hebräischen Manuskripts und französischer Geschichte haben zu der umfassendsten Studie dieses Manuskriptes, die jemals durchgeführt worden ist, beigetragen. Großen Wert legte man auf die Wahl der Schriftart, des Papiers, der Illustrationen und des Einbands des Kommentar-Bands. Er wurde auf 90 gsm Fabriano Ingres Papier mit Wasserzeichen gedruckt und ergänzend zum Faksimile in weißes Pergament eingebunden.

Jeremy Schonfield, Dozent am Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies, Spezialist für jüdische Liturgie und rabbinisches Denken und Herausgeber vieler unserer Publikationen hat den Kommentar-Band editiert und eine faszinierende wissenschaftliche Einleitung beigetragen.

Der Kommentar-Band neben dem Faksimile.

Inhalt des Kommentar-Bands:

  1. Liste der Illustrationen
  2. Vorwort - Die Herausgeber
  3. Einleitung - Jeremy Schonfield (Mason Lecturer, Oxford Centre for Hebrew & Jewish Studies)
    Auszüge aus Jeremy Schonfields Einleitung:

    The intention of the scribe was not merely to produce an object of beauty, however, but self-evidently to make texts available in an elegant and practical way…

    The range of texts in this book is impossible to summarize briefly. So wide is the collection that this might be seen as an entire library rather than a single codex, since it contains everything that might be needed for the day-to-day life of a wealthy householder. The biblical books and annual liturgy that form the bulk of the manuscript would have made it possible to follow or perform the synagogue and home ceremonies. The contractual formulae in text XXIII would have helped him function as a merchant…

    The copyist of the manuscript, Benjamin, was also, it transpires, a poet, who on fols 534v-535r has put his name to a funeral elegy of his own composition in memory of a certain ‘Rabbi Samson of Metz’ who died a martyr in 1276. History has preserved no other trace of this martyr, whose name is absent from all the known sources. In fact, Rabbi Samson and his tragic death – considerable attention is lavished here on the details of the tortures he endured before being put to the stake – are recorded only in the present manuscript.

  4. Der Ursprung des Manuskripts - Michel Garel (ehemaliger Conservateur en Chef des Manuscrits hébreux an der Bibliothèque Nationale de France, Paris), beschreibt die politische und historische Atmosphäre in Nordfrankreich im dreizehnten Jahrhundert, in der der Auftraggeber, der Schreiber und die Künstler lebten und dieses Werk schufen.
    Auszüge aus Michel Garels Artikel:

    The number of thirteenth-century illuminated Hebrew manuscripts from the north of France which have come down to us today in both public and private collections can be counted more or less on the fingers of one hand. Of these, the British Library’s North French Miscellany is unquestionably the richest and most beautiful, on account both of the variety and quality of its illustrations and of the extent and diversity of its texts…

  5. Der Erwerb des Miscellany durch das British Museum - Diana Rowland-Smith von der British Library bietet eine Übersicht über die spätere Geschichte des Manuskripts
  6. Die Herstellung des Miscellany - Malachi Beit-Arié (Ludwig Jesselson Professor für Kodikologie und Paläographie, Hebräische Universität, Jerusalem; Leiter des Hebrew Palaeography Project, Israelische Akademie der Natur- und Geisteswissenschaften) erklärt, wie das Buch gestaltet wurde und identifiziert den wahrscheinlichen Herkunftsort des Schreibers und des verwendeten Materials.
    Auszüge aus Malachi Beit-Ariés Artikel:

    This scribe included his name in three short colophons, located in a way that suggests that he indeed copied all the texts. Detailed colophons usually specify the scribe’s full name, the date of completion, the locality, the name of the patron of the manuscript or an indication that the book was copied for the scribe’s personal use and occasionally, the duration of copying, the nature of the model and the scribe’s intervention in the transmission of the text. The scribe of the North French Miscellany merely indicated his private name – Benjamin – by inserting it twice in scribal ending formulae and once at the end of a textual section…..He disclosed his name again in a note appended to a poetic lament he composed and included on fols 534v-535r, stating: ‘I, Benjamin the scribe, the copyist of this prayer book, composed this poem on the martyr Samson’. The murder took place in 1275-6.

    Benjamin provides no other information about himself of the production of the manuscript, not even bothering to add the name of his father, the usual way in which a medieval Jew would refer to himself.

    The fact that Benjamin composed an elegy on a martyr suggests that he was something of a scholar….and (that) he copied it for his own use. Startling as it may sound, such an assumption seems to be the only way to understand the absence of the name of a patron who ordered and financed the project, since it is inconceivable that a scribe, hired to produce such a prestigious work, would neglect to mention the name of his patron and to accompany this with blessings and expressions of respect.

    The complexity of the North French Miscellany, the harmonious combination of text and decoration with paintings is unrivalled among extant Hebrew manuscripts from its time or earlier.

    The many inscriptions within the zodiac on fol. 516v might have reinforced our argument concerning the collaboration between the caption-writer and the artist, but the letters were subsequently distorted by gold burnishing, making it impossible to compare the handwriting to the external caption.”

  7. Die Verzierung des Miscellany, seine Ikonographie und sein Stil - Yael Zirlin, Dozentin für Jüdische Kunst und Hebräische Kultur an der Ecole Normale Supérieure, Lyons (Frankreich) war Leiterin der Abteilung für hebräische Manuskripte am Zentrum für Jüdische Kunst der Hebräischen Universität, Jerusalem, und verantwortlich für die rechnergestützte Indexierung der illuminierten hebräischen Manuskripte an der Bibliothèque Nationale de France. Sie beschreibt die komplexe Ikonographie des Manuskriptes sowie deren Quellen und diskutiert die stilistischen Merkmale, mithilfe dessen sie versucht, das Atelier hinter dem Manuskript zu lokalisieren und zu identifizieren.
    Auszüge aus Yael Zirlins Artikel:

    Page 139: The manuscript was decorated probably in three stages, close together in time, the first two taking place in the same or in two associated ateliers and the third elsewhere. The patron clearly intended to have the manuscript decorated after it was written, but what is seen today surpasses his original intention, for texts as well as decoration were added after the original plan was completed.

    Page 145: …The scribe must have been present in the atelier, since he provided instructions for the illuminators.

  8. Der Einband des Manuskripts - Ilana Tahan, (Kuratorin für Hebräische Bücher & Manuskripte, British Library)
    Auszug aus Ilana Tahans Artikel:

    The fact remains that in the eighteenth century the Miscellany belonged to the Jewish Rovigo family from Mantua. … Once again data as to how the Rovigo family obtained the manuscript is lacking. And one wonders whether the Barberini bees were covered by floral motifs (on the binding) while the manuscript was in their keep or afterwards. Why would anyone try to obliterate the symbols of such formidable provenance?

  9. Ein Pijut und ein französisches Liebeslied - Raphael Loewe (Goldsmid Professor of Hebrew Emeritus, University College London; Gewinner des Seatonian-Preis, Cambridge 2000)
    Auszug aus Raphael Loewes Artikel:

    …They were recognized by Professor Geneviève Hasenohr..as part of a 13th-century song, of which the music has survived. Since I shall argue below that the Hebrew piece cannot be adequately interpreted without reference to the French, it will be appropriate to examine the latter first.

  10. Beschreibung der Texte - Raphael Loewe beschreibt den Inhalt sowie den Hintergrund jeder einzelnen der 84 Textarten im Manuskript, zusammen mit thematischen Indezes zur Bibel, Liturgie, Lyrik und den juristischen Floskeln. Das Kapitel ist eine Kostprobe der Tiefgründigkeit hebräischer Gelehrsamkeit sowohl für den Laien als auch für den Wissenschaftler und soll als Wegweiser für das weitere Studium dienen. Einige Texte lagen bereits in Übersetzung vor; wenn möglich sind diese Übersetzungen identifiziert worden, um den Laien beim Enträtseln der Geheimnisse hebräischer Literatur zu unterstützen.
  11. Bibliographie (einschließlich Index der zitierten Manuskripte)
  12. Indizes (einschließlich thematischer Indezes zu den Texten, Index der Pijutim, Index der Dichter, Index zu den Illuminationen & Verzierungen, Allgemeiner Index)
 
K odikologie
  • Größe der Seiten ungefähr 16,5cm x 12,5cm (Größen variieren leicht)
  • 1.494 Seiten, Folien von 0-746 nummeriert
Papier
Druck
Gold & Silber
  • Blattgold und -silber in einem speziellen Prozess per Hand auf erhöhte Oberflächen auf 611 Seiten aufgetragen
  • Goldpulver dort aufgetragen, wo es im Original verwendet wurde.
Schnitt & Nähung
  • Jede Seite wurde auf die exakte Größe des Originals zugeschnitten, an den Ecken vergilbt und anschließend mit 23-karätigem Gold vergoldet und vor dem Binden an handgefertigte Kapitalbänder genäht.
Einband
  • Glattes, dunkelbraunes Kalbsleder mit 23-karätigem Golddruck auf dem zentralen Medallion, an den Ecken und dem Blinddruck des Buchrückens. Der Kommentar-Band ist in weißes Pergament eingebunden.
Präsentation
  • Das Faksimile und der Kommentar-Band kommen in einem eleganten, an den Ecken mit Leder überzogenen Schuber aus per Hand marmorierten Papier, der mit Fabriano Ingres Papier ausgekleidet wurde.
Widmungszertifikat
  • Ein speziell angefertigtes Zertifikat kann auf Wunsch ohne Aufpreis von unserem professionellen Kalligraphen in lateinischen oder hebräischen Lettern angefertigt werden.
Edition
  • Das Faksimile ist streng limitiert auf 330 nummerierte und 30 Ad-Personam-Kopien. Jeder Band ist per Hand mithilfe von Stahlstempeln diskret auf der Innenseite des Ledereinbands nummeriert worden und wird von einem nummerierten Zertifikat mit dem Siegel der British Library begleitet. Die Druckplatten wurden im Anschluss an den Druck zerstört, um den erheblichen Investitionswert jedes einzelnen Faksmilies zu gewährleisten.
Preis
  • Der Preis schließt das Faksimile, den Kommentar-Band, den Schuber, das Versandpaket, Luftpost oder Kurierdienst, Versicherung und (falls bei der Bestellung speziell gewünscht) ein Widmungszertifikat ein. Vorbestellungen werden nur auf Grundlage unserer Geschäftsbedingungen akzeptiert.
 
KaufDer Preis des North French Miscellany beträgt £7,425.00. Zum Kauf »