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Akrostichon

Das Akrostichon (griechisch: ákros "Spitze"; stíchos"Vers") ist ein Gedicht oder eine andere Textart in alphabetischer Reihenfolge, wobei der erste Buchstabe, die erste Silbe oder das erste Wort jedes Verses, Abschnitts oder anderes wiederkehrenden Merkmals eines Textes eine versteckte Botschaft enthält. Als fest vorgegebene Form dient das Akrostichon häufig als Gedächtnisstütze oder Eselsbrücke.

Zum Anfang Acryl

Ein thermoplastisches, durchsichtiges Plastik, das auch unter den Markennamen Perspex, Plazcryl, Plexiglas, Acrylite, Acrylplast und Altuglas bekannt ist und manchmal als Acryliglas bezeichnet wird. Dieses Material wurde 1928 entwickelt und wird oftmals als Alternative zu Glas verwendet, da es leichter ist und nicht zerspringt.

Zum Anfang Ad-Personam

Diese mit römischen Zahlen nummerierten oder mit ‘AP’ gekennzeichneten Kopien sind in jeder Hinsicht identisch mit den konventionell nummerierten Kopien einer Edition. Ad-Personam-Kopien werden von Facsimile Editions für Präsentations-zwecke benutzt.

Zum Anfang Afikoman

Die mittlere der drei Matzen auf dem Seder-Teller an Pessach. In einer Art von Spiel wird der Afikoman zu Beginn des Seders von einem Kind versteckt. Nach dem Mahl wird der Afikoman (gegen ein 'Lösegeld') an den Zelebranten zurückgegeben, denn ohne ihn kann die Zeremonie nicht fortgesetzt werden.

Zum Anfang Aggada

Wörtlich “Erzählung”, d.h. historische und moralistische Anekdoten und Ausschmückungen biblischer Erzählungen, teilweise in das juristische und administrative Material des Talmud eingeflochten, hauptsächlich jedoch im sogenannten Midrasch versammelt. (siehe auch Haggada)

Zum Anfang Amida

“stehend [rezitiertes Gebet]”, das Hauptelement jedes gesetzlich vorgeschriebenen Gottesdienstes, das aus einer Reihe von Segenssprüchen besteht.

Zum Anfang Anthropomorphismus

(a) Die Zusprechung menschlicher Eigenschaften und Verhaltensweise auf Gott.
(b) Kunstgeschichtlich die Darstellung von Tieren, die menschliche Eigenschaften aufweisen.

(siehe auch Zoomorphisch)

Zum Anfang Apothegmata

Epigramme oder andere leicht zu merkende Sprichwörter.

Zum Anfang Aragon

Bevor Aragon zum selbsternannten Königreich wurde, war es ein fränkischer Feudalstaat. 925 wurde es mit dem Königreich Pamplona (später Navarra) vereinigt. Das Königreich Pamplona schloss die Grafschaften Aragon, Sobrarbe und Ribagorza sowie das Herzogtum von Kastilien ein. Nach dem Tod von König Sanchos wurde das Königreich unter seinen Söhnen aufgeteilt. Anfangs wurde Ramiro I. zum König über Aragon, später, nach dem Tode seines Bruders Gonzalos, auch über Sobrarbe und Ribagorza ernannt. Das neue Königreich wuchs rasch und gliederte Navarra ein. 1118 wurde die Stadt Saragossa erobert. Vom Königreich Navarra abgetrennt, wurde das Königreich Aragon 1035 wiedergegründet und bestand bis 1707.

Aragon war auch der Name einer Krone, die durch die dynastische Vereinigung eines Herzogs (Ramon Berenguer IV.) und einer Königin von Aragon (Petronila von Aragon) gebildet wurde. Nach der dynastischen Vereinigung mit Kastilien wurde diese Krone praktisch aufgelöst. Die Könige von Aragon herrschten über ein Gebiet, das nicht nur aus der heutigen Autonomen Gemeinschaft von Aragon bestand, sondern sich zudem aus Katalonien und später den Balearen, Valencia, Sizilien, Neapel und Sardinien zusammensetzte. Die wahre Hauptstadt dieses Königreichs war Barcelona, denn es verfügte über den Seehafen und befand sich nahe des geografischen Mittelpunkts der Krone Aragon, während Valencia bis etwa ins achtzehnte Jahrhundert hinein die wichtigste Hafenstadt für den Handel war.

Zum Anfang Aramäisch

Aramäisch ist eine semitische Sprache mit einer dreitausendjährigen Geschichte. Es war sowohl die Verwaltungssprache verschiedener Reiche als auch die Sprache für den Gottesdienst. Es ist die Originalsprache einiger Abschnitte der biblischen Bücher Daniel und Ezra und die Hauptsprache des Talmud. Noch heute wird Aramäisch als Muttersprache in einigen isolierten Gemeinden Syriens gesprochen.

Das älteste aramäische Alphabet basierte auf der phönizischen Schrift. Die antiken Israeliten und andere Völker Kanaans übernahmen dieses Alphabet, um ihre eigenen Sprachen zu schreiben (heute besser bekannt als das hebräische Alphabet) und diente als das Schriftsystem für biblisches Aramäisch und andere aramäisch verfassten jüdischen Schriften.

Das ‘babylonische ’ Aramäisch ist der spätere nachachämenidische Dialekt des Targum Onqelos und Targum Jonathan, den ‘offiziellen’ Targumim. Die usrpünglichen hasmonäischen Targumim erreichten Babylonien von Palästina aus irgendwann im zweiten oder dritten Jahrhundert n.u.Z. Im Laufe der Zeit wurden sie auf Grundlage des zeitgenössischen babylonischen Dialekts überarbeitet, woraus sich die Sprache der Standard- Targumim entwickelte. Letztere sollte mehrere Jahrhunderte lang die sprachliche Grundlage der babylonisch-jüdischen Literatur bilden.

Zum Anfang Arkadenseiten

Mit Rundbögen verzierte Seiten.

Zum Anfang Ark

Apart from Noah’s ark, in the Bible ‘ark’ refers to the portable container of the tablets inscribed with the Ten Commandments. It is now the term for the cupboard containing the scrolls (Genesis-Deuteronomy) that dominates the architecture of the synagogue.

Zum Anfang Aschkenasisch

Eine ethnische Bezeichnung, die sich in der Bibel möglicherweise auf die Skythen bezieht. Durch die Assonanz mit Scansia, dem mittelalterlichen Namen für die baltische Region (vgl. das moderne Skandinavien), kam es zu einer Neudefinition. Die Juden bezeichneten so die Gemeinden in deutschsprachigen (und später auch in slawischsprachigen) Ländern, die sich durch Auswanderung allmählich nach Amerika und darüberhinaus ausgebreitet haben. Verschiedene liturgische Riten (z.B. die in Deutschland und Polen verbreiteten) werden kollektiv als Aschkenasi bezeichnet, um sie von den östlichen und mediterranen Riten der sephardischen Gruppe zu unterscheiden.

Zum Anfang Astrolab oder Astrolabium

Ein von muslimischen Navigatoren im zwölften Jahrhundert entwickeltes Instrument, dass Seefahrern ermöglichte, die geographische Breite durch die Messung der Kulminationshöhe der Sonne und anderer Gestirne zu errechnen. Es diente der Ermittlung der Schiffsposition durch die Bestimmung und Voraussage der Position der Gestirne und der Sonne mittels der Triangulation. Auf Grundlage der Position des Polarsterns oder der Sonne konnte so die geographische Breite errechnet werden. Bis zur Erfindung des Sextanten im sechzehnten Jahrhundert diente das Astrolabium als Hauptinstrument für die Navigation.

Zum Anfang Aw (Ab)

Aw ist der elfte Monat des jüdischen Jahres und der fünfte Monat des zivilen Jahres im hebräischen Kalender. Der Name ist babylonischen Ursprungs und taucht erstmals im Talmud etwa im 3. Jahrhundert auf. Der Aw ist ein Sommermonat von 30 Tagen. In der Bibel wird er zwar als fünfter Monat erwähnt, doch an keiner Stelle namentlich genannt.

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Barcelona

Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Katalonien in Spanien. Sie befindet sich im Landkreis Comarca Barcelonès an der Mittelmeerküste, zwischen den Mündungen der Flüsse Llobregat und Besós. Barcelona liegt ca. 160km südlich der Pyrenäen.

Zum Anfang Belsazar

Name eines babylonisches Königs, der im Buch Daniel erwähnt wird ( z.B. Dan. 5). Daniels Rettung aus der Löwengrube (Kap. 6, 7f.) trug sich unter dem persischen König Darius zu.

Zum Anfang Ben ha-Melech we-ha-Nasir

(“Der Prinz und der Mönch”), hebräische Übertragung (aus dem Arabischen) eines indischen Volksmärchens, das über das Persische und das Griechische unter dem Titel Barlaam und Josaphat nach Europa gelangte.

Zum Anfang Ben Sira (Sirach), Jesus

Frühes zweites Jahrhundert v.u.Z.; Autor der apokryphen hebräischen Schrift Ecclesiasticus. Aus dem Mittelalter stammende rabbinische Texte mit dem Titel “Alphabete” wurden Ben Sira ebenfalls zugesprochen.

Zum Anfang Blinddruck

Ein Verfahren der Buchverzierung, bei der mit Hilfe erhitzter Werkzeuge Muster in das Leder gedruckt wird. Wie der Name besagt, werden für den Blinddruck weder Metallblatt, Folie oder andere färbende Materialien verwendet.

(siehe auch Hohlprägen, Metallstempel)

Zum Anfang Aderlass

Aderlass (in der modernen Medizin als Phlebotomie bezeichnet) war ein seit der Antike bekanntes und bis in das späte 19. Jahrhunderte verbreitetes Heilverfahren, bei dem dem Patienten eine mitunter erhebliche Menge Blut entnommen wurde in dem hoffnungsvollen Glauben, dass so eine ganze Reihe von Erkrankungen geheilt werden könnten. Es ist vorstellbar, dass der Aderlass angesichts des MangeIs an anderen Behandlungen von Bluthochdruck kurzfristig den Blutdruck senken konnte.

Zum Anfang Bodleian Library

Die Bodleian Library (offiziell Bodley’s Library) in Oxford (England) wird seit Jahrhunderten intern einfach “the Bod” genannt. Sie wurde 1602 mit einer Sammlung von 2.000 Büchern von Thomas Bodley (von Merton College) eröffnet, um die Bibliothek zu ersetzen, die Humphrey, Duke of Gloucester (einem Bruder von Heinrich VII. von England), der Universität gestiftet hatte, die jedoch bereits im 16. Jahrhundert aufgelöst wurde.

1610 vereinbarte Bodley mit der Stationers’ Company in London, dass von jedem registrierten Buch ein Exemplar an die Bibliothek übergeben werden sollte. Die Bodleian Sammlung wuchs so schnell, dass die erste Erweiterung des Gebäudes 1610–1612 und eine weitere 1634–1637 erforderlich wurde. Als John Selden 1654 starb, hinterließ er seine große Sammlung von Büchern und Manuskripten der Bodleian. 1911 wurde die Vereinbarung mit Stationers durch den Copyright Act fortgeführt. Die Bodleian wurde eine von (zu jener Zeit) sechs Bibliotheken im Vereinigten Königreich, in der ein Exemplar jedes Buchs unter Copyright hinterlegt werden musste.

Zwei Geschosse von Büchern wurden 1913 unterhalb der Radcliffe Camera und dem Radcliffe Square eröffnet. Ein neues großes Gebäude inklusive Lesesaal, das New Bodleian Building, wurde in den 1930ern erbaut. Ein Tunnel unter der Broad Street verbindet die Old mit der New Bodleian; neben einem Fußgängerweg enthält er eine mechanische Buchförderanlage und ein pneumatisches Lamson-Tube-System für angeforderte Bücher.

Zum Anfang Box-Einband

Ein Box-Einband ist ein Einband in der Form einer kleinen Kiste. Ein gewöhnlicher Einband hat drei Seiten - einen vorderen und hinteren Buchdeckel sowie den Buchrücken. Ein Box-Einband hingegen hat sechs Seiten, wobei drei zusätzliche Seiten die Ober- und Unterseite sowie die sogenannten 'fore-edges' schützen. Geschlossen sieht der Einband aus wie eine Box.

Zum Anfang Polieren

Ein Verfahren, bei dem das Metallblatt einer Illumination mit speziell angefertigten Werkzeugen geschliffen wird, um die Oberfläche zu glätten und zu polieren. Polierwerkzeuge werden aus Hämatit, Psilomelan und am häufigsten aus Achat hergestellt. Poliertes Blatt weist im Idealfall einen Spiegeleffekt auf.

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Calatrava

Der Orden von Calatrava war der zweite vom Papst genehmigte Ritterorden. Die päpstliche Bulle, die den Orden von Calatrava als Miliz bestätigte, wurde am 26. September 1164 von Papst Alexander III. erlassen.

Zum Anfang Kalligraphie

Kalligraphie (von griechisch: kallos “Schönheit” und graphe “schreiben”) ist die Kunst des "Schönschreibens". Beim Kauf eines Faksimiles kann es mit einer wunderschönen Widmung versehen werden - an eine Privatperson oder eine Institution.

Zum Anfang Kanoniker

Kanoniker sind Mitglieder des christlichen Klerus, die als Vorsteher einer Kathedrale oder einer Stiftskirche dienen. Heutzutage ist es in erster Linie ein Ehrentitel, der den ältesten Gemeinderpriestern als Anerkennung ihres langjährigen und engagierten Dienstes an der Diözese verliehen wird. Diese Priester haben das Recht, sich selbst als Kanoniker zu bezeichen und führen weiterhin die Rolle des Kathedralenvorstehers aus.

Zum Anfang Kanonisch

Als authentischer Teil der Bibel anerkannte Bücher, sowohl hebräische als auch griechische, werden als "kanonisch" bezeichnet und somit von anderen ähnlichen antiken Schriften unterschieden, die als "apokryph" bezeichnet werden (z.B. Ecclesiasticus). Wie schon die Merhzahl der Hebräisch sprechenden Juden der Antike erkennen alle modernen Juden ausschließlich die 24 Bücher der hebräischen Bibel als kanonisch an. Trotz unterschiedlicher Unterteilung und Anordnung entsprechen diese den 39 Büchern des Alten Testaments der meisten Protestanten.

Zum Anfang Kantillation

Eine Art der Notenschrift in der hebräischen Bibel, die die gesungenen Einheiten und Sequenzen anzeigt. Die Notation dient gleichzeitig der Interpunktion des Textes.

(siehe auch Vokalisation)

Zum Anfang Teppichseite

Eine dekorativ illuminierte Seite, die ein ganzseitiges aufwendiges Design ohne Text aufweist. Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit zu aufwendig verzierten östlichen Teppichen ab.

Zum Anfang Kastilien

Die Krone von Kastilien, das 1239 aus der Vereinigung von Kastilien und León entstandene historische Königreich.

Zum Anfang Katalonien

Die heutzutage als Katalonien bezeichnete Region war ursprünglich von den antiken Griechen und den Karthagern besiedelt worden. Wie der Rest der iberischen Halbinsel nahm sie an der vorrömischen iberischen Kultur teil und war Teil des Römischen Reiches, gefolgt von westgotischer Herrschaft. Im achten Jahrhundert war es Teil des maurischen (muslimisch beherrschten) al-Andalus (d.h., [vormals das Land der] Vandalen), doch der nördliche Teil wurde innerhalb eines Jahrhunderts von dem sich ausbreitenden Karolingischen Reich erobert, und der Name (= Andalusien) bezog sich lediglich auf Südspanien.

Spezifisch katalanische Kultur beginnt im Mittelalter unter der Herschaft der Grafen von Barcelona. Als Teil der Krone von Aragon entwickelte sich Katalonien zu einer starken Seemacht, die sowohl den Handel als auch Eroberungszüge nach Valencia, den Balearen und sogar nach Sardinien, Sizilien und bis nach Griechenland ausweitete.

Es ist argumentiert worden, dass der Name auf die Vermählung des Herzogs von Barcelona, Ramon Berenguer IV., mit Prinzessin Petronila, der Tochter Ramiro II., des Königs von Aragon, zurückgeht. Der Heiratsvertrag wurde 1137 aufgesetzt, doch da die Prinzessin zu diesem Zeitpunkt erst zwei Jahre alt war, wurde die Verehelichung verschoben. Mit der Heirat im Jahre 1151 wurde Ramon Berenguer Prinzgemahl.

Zum Anfang CBE

"The Most Excellent Order of the British Empire" ist ein britischer Ritterorden, der am 4. Juni 1917 von König Georg V. gestiftet wurde. Der Orden ist in fünf zivile und militärische Stufen eingeteilt: in abnehmender Rangfolge sind dies "Knight or Dame Grand Cross" (GBE), "Knight or Dame Commander" (KBE oder DBE), "Commander" (CBE), "Officer" (OBE) und "Member" (MBE).

Zum Anfang Zensor

Im Zuge der Gegenreformation setzte sich die spanische Inquisition aktiv dafür ein, die Verbreitung von ketzerischem Gedankengut in Spanien durch die Herausgabe von Indezes zu unterbinden. Solche Listen verbotener Schriften waren in Europa bereits ein Jahrzehnt zuvor üblich gewesen. Tatsächlich war der erste, im Jahre 1551 in Spanien veröffentlichte Index ein Nachdruck dessen, der 1550 von der Universität Louvain herausgegeben war; er enthielt lediglich einen Appendix mit Titeln spanischer Bücher. Weitere Indezes wurden 1559, 1583, 1612, 1632 und 1640 veröffentlicht. Diese Indezes enthielten eine erhebliche Anzahl von Büchern aller Art, doch spezielle Aufmerksamkeit galt Werken religiösen Inhalts und ganz besonders Übersetzungen der Bibel in die jeweilige Landessprache. Viele hebräische Manuskripte und einige frühe Drucke tragen die Signatur eines Zensors (häufig ein zum Christentum übergetretener Jude), der die Unbedenklichkeit des entsprechenden Werks garantiert.

Zum Anfang Chai

In der hebräischen Sprache bedeutet das Wort chai “lebendig”; es stellt eine Singularform des Worts für "Leben”, chayyim, dar. Zahlreiche mystische Spekulationen basieren darauf, dass der Zahlenwert des Worts chai gemäß des Systems der Gematria 18 beträgt. Deshalb gilt die 18 unter vielen Juden als Glückszahl.

Zum Anfang Kodikologie

Das Studium der äußeren Beschaffenheit eines Manuskripts (oder gedruckten Werks), wie z.B. die Anzahl der Blätter (zu vier Schreibflächen gefaltet), die jede Lage enthält, Wasserzeichen im Papier, die Tinte, das Verfahren des Pricking, die Linierung, die Heftung usw. Diese Informationen lassen Rückschlüsse auf den Ursprung eines Manuskripts ziehen.

(siehe auch Paläographie)

Zum Anfang Kolophon

Ein Text am Ende eines Manuskripts, der die Namen des Schreibers, des Künstlers, des Auftraggebers sowie den Ort und das Datum der Fertigstellung enthalten kann.

Zum Anfang Farbtrennung

Das Verfahren der Separation eines Bildes (normalerweise durch Laserscannen) in Farbauszüge des CMYK-Farbmodells. Die Abkürzung CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz (auch als "Key" bezeichnet). Die vier "getrennten" Farben werden beim Drucken wieder zusammengesetzt und produzieren die optische Täuschung eines vollfarbigen Bilds aus Tausenden von Farben. Wenn man einen Farbdruck (kein Foto) durch eine Lupe betrachtet, so sieht man die farbigen "Punkte", die in der Größe variieren, aber dennoch ein gleichmäßiges Muster bilden. Ein volles Rot wird beispielsweise durch große Magentapunkte dargestellt, während Rosa durch Punkte derselben roten Farbe erzielt werden, die jedoch höchstens halb so groß sind. Das menschliche Gehirn vermischt die roten Punkte mit dem umliegenden weißen Zwischenraum und produziert so die Illusion von Rosa.

(siehe auch Farbregister)

Zum Anfang Converso

Im Spanischen und Portugiesischen ist Converso der Begriff für einen “Konvertiten”, vom lateinischen Wort conversus (“konvertiert, umgekehrt”) und seiner femininen Form conversa. Er bezeichnet speziell Juden, Muslimen oder deren Nachkommen, die in Spanien und Portugal, insbesondere im 14. und 15. Jahrhundert, zumeist gegen ihren Willen zum Katholizismus übergetreten waren.

Jüdische Conversos wurden häufig verdächtigt, die Riten ihrer Vorfahren heimlich zu bewahren und deshalb von der Spanischen und Portugiesischen Inquisition verfolgt.

Zum Anfang Wölbung

Wenn ein Manuskript im gebundenen Zustand fotografiert wird, kann es durch inwärtige Wölbung am Buchrücken zu verzerrten Bildern kommen. Dieser Verzerrung kann durch ein Lösen der Bindung vorgebeugt werden.

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Disputation

Im scholastischen Bildungssystems des Mittelalters stellten Disputationen (lateinisch: disputationes, Singular: disputatio) eine formalisierte Debattiermethode dar, die darauf angelegt war, etablierte “Wahrheiten” in der Theologie und anderen Wissenschaften offenzulegen. Festgelegte Regeln bestimmten den Ablauf: Sie setzten den Bezug auf traditionelle schriftliche Autoritäten und das gründliche Verständnis jedes Arguments der Gegenseite voraus. Gelegentlich zwangen kirchliche Autoritäten Juden zu der Teilnahme an öffentlichen Debatten mit christlichen Theologen (häufig ehemalige Juden) mit dem Ziel, die Ablösung des Judentums durch seine Tochterreligion zu beweisen.

Zum Anfang Dukaten

Der Name von Goldmünzen unterschiedlichen Werts, die in ganz Europa verbreitet waren. Der Name leitet sich möglicherweise von der Inschrift auf der Rückseite der venezianischen Zecchino d’Oro ab, die 1284 erstmals geprägt worden war.

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Ektachrome-Film

Der Kodak Ektachrome-Film ist ein mittelschneller Farbumkehrfilm, der durch seine äußerst feine Körnung und hohe Scharfzeichnung ideal für die Reproduktion der kleinen Details in mittelalterlichen Manuskripten geeignet ist.

Zum Anfang Hohlprägen

Ein Verfahren, bei dem erhöhte oder vertiefte Muster in Papier oder Leder geprägt werden.

(siehe auch Blinddruck, Metallstempel)

Zum Anfang Este

Este war ein italienisches Adelsgeschlecht, eine Nebenlinie der Welfen, von denen zahlreiche königliche Familien (darunter das britische Königshaus Windsor) abstammen. Am bekanntesten sind die Este für ihre Herrschaft über die italienische Stadt Ferrara, wo ihre kulturellen Aktivitäten einen bedeutenden Beitrag zur Renaissance leisteten.

Zum Anfang Ethnographie

Der Ansatz zum Studium einer bestimmten sozialen Gruppe durch Untersuchung ihres Tagesablaufs, ihrer Gewohnheiten, Institutionen, Speisen und Kleidung.

Zum Anfang Vertreibung

Das Alhambra-Edikt wurde 1492 von den katholischen Monarchen von Spanien (Isabella von Kastilien heiratete Ferdinand II. von Aragon 1469) im Anschluss an den endgültigen Sieg über die Mauren und den Fall von Granada erlassen. Das Edikt befahl die Vertreibung aller Juden aus Spanien, seinen Territorien und Besitzungen bis zum 31. Juli 1492. Durch diese Vertrei-bung zerstreuten sich die Sephardim (spanische Juden) über den Maghreb (Marokko usw.) und Südosteuropa und vermischten sich vielerorts mit den Gemeinden der Misrachim (orientalischen Juden).

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Faksimile

Eine Kopie, die in jeder Hinsicht mit dem Original identisch ist. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet “mache es ähnlich!” ( fac simile) . Das Faxgerät (oder, wie es richtig heißt, das Faksimile-Gerät) wird so genannt, weil es für den Empfänger ein exaktes Abbild des vom Absender gesendeten Dokuments reproduziert. Vor vielen Jahren, als Faksimiles im Gegensatz zu Faxgeräten kaum bekannt waren, fragte man uns oft, wie es uns gelingen würde, solch wundervolle Reproduktionen von Pergament, Farbe und Gold mithilfe eines Faxgerätes herzustellen! Darüberhinaus waren einige sogar besorgt, dass unsere Faksimiles nicht lange halten würden, da die ersten Faxgeräte Thermopapier benutzten, das bereits nach ein paar Jahren ausbleicht ... Natürlich verwenden wir nur die feinsten Papiere und Materialien (und wir drucken nicht mithilfe von Faxgeräten!)

Zum Anfang Ferrara

Ferrara ist eine oberitalienische Stadt in der Region Emilia-Romagna und die Haupstadt der gleichnamigen Provinz. Die Stadt liegt 50 km nordöstlich von Bologna, 5 km nördlich des Po di Volano, eines Seitenarms des Pos. Sie hat breite Straßen und zahlreiche Paläste, die aus der Regierungszeit der Familie Este im 14. Jahrhundert stammen.

Zum Anfang Feingehalt

Der Feingehalt eines Edelmetalls bezieht sich auf das Verhältnis des Primärmetalls zu den Zuschlägen oder Unreinheiten. Höchstwertiges Metall wird in Form einer Legierung genutzt. Das heißt, dass andere Metalle hinzugefügt werden, um das Metall leichter für die Herstellung von Münzen oder Schmuck einzusetzen oder die Kosten eines Produkts zu senken. Zu wertvollem Silber wird beispielsweise Kupfer hinzugefügt, um eine dauerhaftere Legierung zu erhalten.

Ein traditionelles Maß für den Feingehalt von Silber in Großbritannien ist die Masse der Menge von Silber in 12 Troy-Unzen (Feinunzen) der resultierenden Legierung. Das Troy-System von Masse geht auf die Zeit vor Wilhelm dem Eroberer zurück; der Name leitet sich von der französischen Stadt Troyes ab. Eine Troy-Unze entspricht ca. 31 Gramm, ein Pennyweight ungefähr 1,55 Gramm. Sterlingsilber hat einen Feingehalt von 11 Troy-Unzen, 2 Pennyweights oder etwa 92,5 % Silber, weshalb es als Silber 925 bezeichnet wird.

Zum Anfang Foetales Velinpapier

Velin, das aus der Haut eines totgeborenen Kalbs gewonnen wird.

Zum Anfang Folio

Jedes Blatt Papier hat zwei Seiten; jede Seite wird als “Folio” bezeichnet wird. So bezieht sich die Angabe folio 13 recto auf die erste Seite des dreizehnten Blatts in einem Manuskript. Die hintere Seite dieses Blattes wird als folio 13 verso bezeichnet. "13 recto" und "13 verso" eines aus Folien bestehenden Werks entsprächen in einem paginierten Buch den Seiten 25 und 26.

Zum Anfang Vier Fragen

Die Vier Fragen bilden die Grundlage für den Seder an Pessach. Zu Beginn des Seders stellt das jüngste Kind die Vier Fragen (Mah nishtanah). Der Rest des Abends wird damit verbracht, diese Fragen zu beantworten und den Exodus aus Ägypten nachzuerzählen.

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Gematria

Die hebräischen Buchstaben werden auch als Zahlen verwendet (Aleph = 1, Jod = 10, usw). Gematria rechnet die Buchstaben eines (oder mehrerer) Worte in die Summe des Zahlenwertes um, um so Entsprechungen mit anderen bedeutungsvollen Begriffen zu finden. In der jüdischen Mystik versucht man, in den Zahlenwerten von Wörtern eine geheimen Sinn zu entdecken.

Zum Anfang Golddruck

Ein Verfahren, bei dem mithilfe von erhitzten Werkzeugen verzierendes Gold- oder Silberblatt in den Buchdeckel oder -rücken geprägt wird.

(siehe auch Blinddruck, Hohlprägung, Metallstempel)

Zum Anfang GSM ('grams per square metre' = "Gramm pro Quadratmeter")

Das Gewicht eines Papiers wird in Gramm pro Quadratmeter angegeben. Definitionsgemäß entspricht ein Quadratmeter einem Bogen von A0- oder 16 Bögen von A4-Papier. In den USA wird das Gewicht von Papier im Letter-Format in Pfund pro Ries (500 Blatt) eines ungeschnittenen C-Größe-Papiers angegeben. Für Papier im Letter-Format wird ein C-Größe-Papier in vier Teile geschnitten, so dass ein Ries Letter-Format 5 Pfund wiegt (1 Pfund entspricht ungefähr 454 Gramm), wenn es sich bei dem Papier um nominales 20-Pfund-Papier handelt. Jede Papierart hat eine andere "Grundgröße", so dass 200gsm von einem Papier ein anderes Pfund/Ries-Gewicht hat, als ein anderes Papier. So entspricht 20 Pfund Bond-Papier beinahe 28 Pfund Cover-Papier. Sehr verwirrend!

Zum Anfang Guadalajara

Guadalajara ist eine Provinz in Zentralspanien, im Norden der Autonomen Region Kastilien-La Mancha. Sie grenzt an die Provinzen Cuenca, Madrid, Segovia, Soria, Saragossa und Teruel. In der Stadt Guadalajar gab es spätestens seit der arabischen Epoche eine jüdische Gemeinde. Der (arabische) Name bedeutet “Felsenstrom”.

Zum Anfang Guinee

Der Guinee war eine britische Goldmünze mit einem Nennwert von 21 Schilling (£1-1s-0d). Der Guinee galt als vornehmerer Betrag gegenüber dem Pfund (£1). Handwerker, wie z.B. Tischler, wurden in Pfund ausgezahlt, während Ehrenmänner, wie z.B. Buchhändler und Verleger, mit Guineen bezahlt wurden. Der Begriff, der nach dem zweiten Weltkrieg außer Gebrauch kam, entstammte der Annahme, dass jeder geprägte Sovereign aus dem höherwertigen Gold aus Guinea einen Nennwert von 21 Schilling anstatt von 20 haben musste.

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Haggada (Pl. Haggadot)

‘Erzählung’ (vgl. Aggada). Im engen Sinne ist die Pessach-Haggada eine Art Libretto für das zeremonielle Mahl, begleitet von Lesungen und Gebeten, für den Pessach-Abend.

(siehe auch Aggada)

Zum Anfang Halacha (Adj.: halachisch)

Die Tora (Genesis-Deuteronomium) enthält, neben den Zehn Geboten, die Grundsätze des biblischen Gesetzes. Parallel zu der legendenhaften Ausschmückung von Bibeltexten (siehe Aggada), ist die Halacha (‘Methode’) die Ausarbeitung und, wenn nötig, die Einschränkung der Gesetzesanwendung, die festlegt, was auferlegt, erlaubt und verboten ist. In nachbiblischer Zeit wurden ordentlich autorisierte Rabbinen bevollmächtigt, halachische Gesetze zu erlassen. Ein modernes Beispiel ist dieser Brief vom Londoner Bet Din, in dem die Zerstörung von Druckplatten genehmigt wird.

Zum Anfang Punzieren

Kurze Geschichte des Punzierens

Das Punzieren von Silber geht womöglich bis ins sechste Jahrhundert n.u.Z. zurück. Byzantinisches Silber aus jener Zeit wurde mit einem System von fünf Punzen gekennzeichnet, das noch nicht vollständig erklärt worden ist. Das Punzieren ist die früheste Form des Verbraucherschutzes in Europa, die seinen Anfang vermutlich in Frankreich nahm; dort wurde 1260 erstmals ein Silberstandard festgelegt. Die erste Stadtpunze wurde 1275 eingeführt.

Im Jahre 1300 erließ König Edward I. von England ein Statut, das für alle Silberartikel den Standard von Sterlingsilber (92.5% reines Silber, siehe Feingehalt) vorsah; jeder silberne Artikel sollte von ‘Hütern des Handwerks’ geprüft und anschließend mit einem Leopardenkopf gekennzeichnet werden. 1327 gewährte König Edward III. von England der "Worshipful Company of Goldsmiths" (auch bekannt unter dem Namen Goldsmiths’ Company) eine Gründungsurkunde, die den offziellen Beginn des Unternehmens bedeutete.

1355 wurden in Frankreich individuelle Erzeugerpunzen eingeführt, eine Innovation, die 1363 in England übernommen wurde und so die Haftungspflicht der zwei bestehenden Systeme erhöhte. 1427 führte man in Frankreich das Date-Letter-System ein, das die exakte Datierung jedes punzierten Objektes erlaubt. 1478 wurde in Goldsmiths’ Hall das Assay Office gegründet. Zur selben Zeit wurde das Date-Letter-System auch in England eingeführt.

Im Jahre 1697 wurde ein höherer Standard an Silber, der so genannte Britannia-Standard (95.8% Silber) vorgeschrieben, um das neue Münzgeld zu schützen, das von Silberschmieden des Silbers wegen eingeschmolzen worden war. Der Sterling- Standard wurde 1720 wieder eingeführt. 1975 wurde der "Hallmarking Act 1973 " erlassen, der das Punzieren von Platin einführte. Schließlich übernahmen alle vier verbleibenden Assay Offices dieselbe Date-Letter-Folge. Die vorerst letzten Änderungen wurden 1999 eingeführt, um das Punzierungssystem des Vereinigten Königreichs dem der Europäischen Union (EU) anzugleichen.

Internationales Punzieren ist von Schwierigkeiten geprägt, da selbst in Ländern, die über ein Punzierungssystem verfügen, die Standards und die Durchsetzung so stark variieren, dass es einigen Ländern schwerfällt, das Punzieren anderer Länder anzuerkennen.

Zum Anfang Chametz

Der hebräische Begriff für “Gesäuertes” (Brot oder andere Backwaren). Er wird allgemein mit Bezug auf das jüdische Pessach-Fest gebraucht. Das jüdische Gesetz untersagt jeglichen Besitz und Verzehr von oder Vorteil durch Chametz während Pessach.

Zum Anfang Chanukka

Das achttägige Lichterfest, das am 25. Kislew (November - Dezember) beginnt und an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels im Jahre 165 v.u.Z. erinnert. Dieser war damals von Antiochus IV. Epiphanes, dem griechischen Herrscher Syriens, entweiht worden.

Zum Anfang Chassidismus

Eine Erweckungsbewegung, die im 18. Jahrhundert von Israel Baal Shemtow in Podolia (Südostpolen) ins Leben gerufen worden war und sich später über ganz Osteuropa und darüberhinaus verbreitet hat. Die hebräische Bezeichnung für den Chassidismus, Chasidut, bedeutet Frömmig- oder Heiligkeit; seine Verwendung als Name für eine Bewegung impliziert eine außergewöhnliche Hingabe seitens seiner Anhänger an die spirituellen Aspekte des jüdischen Lebens.

Zum Anfang Hasmonäer

Die makkabäische Familie, die die Revolte gegen Antiochus Epiphanes anführte (siehe Chanukka) wird in hebräischen Quellen als Hasmonäer, also als die Nachkommen Haschmonais, bezeichnet.

Zum Anfang Havdala

Havdala bedeutet wörtlich ‘Separation, Trennung’. Eine spezielle Zeremonie mit diesem Namen wird zum Ausgang des Schabbats vollzogen. Sie beinhaltet eine Kerze, ein Glas Wein und wohlriechende Gewürze. Das Ritual wird von einem Gebet begleitet, das die Trennung “zwischen dem Heiligen und dem Profanen (oder Alltäglichen), zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Israel und den [anderen] Nationen, zwischen dem siebenten Tag [der Schabbat-Ruhe] und den sechs Tagen der Arbeit.”

Zum Anfang Kapitalbänder

Ein Zierbändchen an der Ober- und Unterkante eines Buches, das zwischen den Buchblock und den Buchrücken genäht wird. Kapitalbänder bestehen normalerweise aus Leder oder farbiger Seide.

Zum Anfang Chibbut ha-Kever

Das “Verdreschen im Grab” ist ein kabbalistischer Text über eine Reihe von Strafen, die Engel einem Verstorbenen zufügen, um diesen vom weiteren Purgatorium zu bewahren.

Zum Anfang Hoscha`not

Gebete, die während der zeremoniellen Parade der Lulawim (Palmwedel) an Sukkot (Laubhüttenfest) rezitiert werden. So genannt wegen den häufig darin vorkommenden Worten hoscha-na, “O bitte erlöse [uns]”

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Ibn Sahula, Isaak

Spanisch-jüdischer Autor des Meschal ha-Kadmoni, einer Sammlung von Fabeln mit naturwissenschaftlichen Exkursen, die viel zeitgenössische Satire enthält. Er starb vermutlich irgendwann nach 1282.

Zum Anfang Illumination

Ein illuminiertes Manuskript zeichnet sich dadurch aus, dass der Text von Verzierungen und Illustrationen, wie verzierte Initialien, Umrahmungen und Miniaturen, begleitet ist. Strenggenommen bezieht sich der Begriff ausschließlich auf Manuskripte, die mit Gold und Silber verziert sind. Nichtsdestoweniger wird der Begriff heutzutage sowohl umgangssprachlich als auch in der zeitgenössischen Wissenschaft für jede Art von verziertem Manuskript gebraucht.

Zum Anfang Isaak de Corbeil

Isaak ben Joseph von Corbeil war ein französischer Rabbiner und Tosafist (Talmud-Kommentator), der in der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts wirkte. Isaaks außergewöhnliche Frömmigkeit zog viele Schüler an, von denen die bekanntesten Peretz ben Elija von Corbeil, Baruch Chaim ben Menachem von Niort und sein Mitbürger Joseph ben Abraham waren. Von seinen Schülern veranlasst gab er 1277 eine Kurzfassung von Moses ben Jacob von Coucys Sefer Mitzwot Gadol unter dem Titel Ammudej ha-Gola oder Sefer Mitzwot Katan heraus. Dieses Werk war von den Gemeinden Frankreichs und Deutschlands äußerst günstig aufgenommen worden und ist seitdem häufig editiert und annotiert worden.

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Ke`arat kesef

“Silberschüssel” (siehe Num. 7, 49ff.), Titel eines ethischen Gedichts von Joseph ha-Ezowi (Provence, 13. Jahrhundert)Zum Anfang

Kabbala

Kabbala (‘Tradition’); ein im 11. und 12. Jahrhundert entwickeltes mystisch-theosophisches System, das im Sohar dargelegt und im 16. Jahrhundert in Safed von Isaak Luria (dem Ari) umgeformt und -gedeutet worden ist.

In frühen jüdischen Quellen bezeichnet der Begriff Kabbala die gesamte post-biblische jüdische Tradition; die Kabbalisten deuteten ihn jedoch um, um damit ihre eigene Doktrin zu bezeichnen. Diese Doktrin gilt den Eingeweihten als die wahre, innere Bedeutung des Mystischen, die auf Moses und in einigen Versionen sogar auf Adam zurückgehen soll.

Zum Anfang Kalila und Dimna

Die Namen zweier Schakale, um die sich eine Reihe von indischen Fabeln rankt. Die Erzählungen weisen gewisse Ähnlichkeiten mit dem Aesop-Zyklus auf und wurden durch persische, griechische und arabische Versionen in Europa bekannt, wo sie die Komposition hebräischer Fabeln beeinflussten.

Zum Anfang Kennicott, Benjamin

Christlicher Hebraist; geboren am 4. April 1718 in Totnes (England); gestorben am 18. August 1783 in Oxford. Anfangs unterrichtete Kennicott an der “Blue Coat”, einer Armenschule in Totnes. Seine Gedichte erregte die Aufmerksamkeit des hiesigen Adels, der ihn ans Wadham College nach Oxford schickte. Durch die Vorlesungen von Professor Hunt entwickelte Kennicott ein Interesse an der hebräischen Sprache. Er wurde Hody (Hebräisch) Exhibitioner (1745-47) und absolvierte 1747 den Bachelor-Abschluss. Nach dem Empfang des Weihesakraments wurde er 1770 Kanoniker am Christ Church in Oxford sowie Vikar von Mynhenyote, Cornwall. Im Jahre 1751, kurz nachdem er seinen Abschluss absolviert hatte, schlug Dr. Lowth ihm vor, er solle für das Alte Testament machen, was Mills für das Neue unternommen hatte, namentlich die “variæ lectiones” des Textes zu sammeln. Er machte sich an die Arbeit und veröffentlichte 1753 ein Pamphlet über “The Study of the Hebrew Printed Text of the Old Testament”, das einige Aufmerksamkeit erregte und eine Anzahl von Personen dazu bewegte, ihn mit finanziellen Mitteln für die Sammlung und den Textvergleich von hebräischen Manuskripten auszustatten. 1758 begann er ernsthafte Arbeit in diese Richtung, nachdem beinahe £10.000 zusammengekommen waren, die von zahlreichen Förderern der Wissenschaften, unter anderem von den Königen Dänemarks und Sardiniens sowie des Statthalters von Holland gestiftet worden sind. 1760 und 1769 erschienen Jahresberichte über “The Collation of the Hebrew Manuscripts of the Old Testament”; 1776 veröffentlichte Kennicott in Oxford den ersten Band seines “Vetus Testamentum”. Die Veröffentlichung des zweiten Bandes (1780) mit einer “Dissertatio Generalis” über den Text vervollständigte das Werk. Die “Dissertatio Generalis” wurde 1783 von Prof. Bruns in Braunschweig separat herausgegeben.
Quelle: jewishencyclopedia.com

Zum Anfang Kimchi

Siehe RaDaK

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Geripptes Papier

Papier mit einem deutlichen Muster aus gerippten Streifen auf dem fertigen Blatt, die besonders gut zu sehen sind, wenn man das Papier gegen Licht hält. Bei handgemachtem Papier wird dieser Effekt durch den Einsatz eines groben Drahtsiebs mit dicht aneinander und parallel gesetzten waagrechten Drähten (durch die im Herstellungprozess überflüssiges Wasser abfließen kann), die im rechten Winkel von senkrechten Drähten gekreuzt werden, die etwas weiter auseinander liegen. Derselbe Effekt wird bei maschinell hergestelltem Papier durch den Einsatz eines Egoutteurs (einer Wasserzeichenwalze) erzielt, der am "nassen" Ende der Papiermaschine eingesetzt wird.

Zum Anfang Großformat

Fotofilme, Fachkameras sowie Verfahren, die ein Aufnahmeformat von 9x12 cm oder größer verwenden, werden als "großformatig" bezeichnet. Die üblichsten Aufnahmeformate sind 9x12 cm und 20x25 cm. Der Film, der für das Fotografieren der Barcelona Haggada und des Rothschild Miscellany eingesetzt wurde, hatte eine Größe von 13x18 cm, der für die Kennicott Bibel 9x12 cm und für die Alba Bibel 20x25 cm..

Zum Anfang Sauerteig/Gesäuertes

siehe Chametz

Zum Anfang Wachsausschmelzverfahren ("Verfahren mit verlorenem Modell")

Die antiken Ursprünge dieses Verfahrens sind geheimnisumwoben, doch wird es seit Tausenden von Jahren für die Herstellung von Metallobjekten eingesetzt, die wegen ihrer komplexen Form nicht anders hergestellt werden können. Mit diesem Verfahren kann alles, was sich in Wachs modellieren lässt, originalgetreu in Metall reproduziert werden.

Eine illustrierte Beschreibung des Prozesses finden Sie hier.

Zum Anfang Lulaw

Der Lulaw ist ein grüner, reifer Palmwedel einer Dattelpalme. Er gehört zu den "Vier Sorten" (arba'ah minim), die während des jüdischen Laubhüttenfests im Morgengottesdienst gebraucht werden. Die anderen Sorten sind Myrte, Weide und Zitrone (Etrog). Außerdem bezeichnet der Lulaw eine Kombination desselben mit Myrte und Weide; diese drei müssen zusammengebunden werden, um die Mitzwa des Wedelns mit dem Lulaw zu erfüllen. Während des Wedelns hält man den Etrog in der anderen Hand. Man führt beide Hände zusammen und schwenkt sie in alle Richtungen, um Gottes Herrschaft über die gesamte Schöpfung zu beschwören. Zugleich symbolisiert dieses Ritual ein Gebet für Regen über die Vegetation der ganzen Erde im kommenden Jahr und weist somit auf den Ursprung des Lulaws in Regenmacherritualen am Ende der Trockenzeit hin.

Zum Anfang Lunel

Im Mittelalter war das südfranzösische Lunel (nordöstlich von Montpellier) Heimstadt einer bedeutenden jüdischen Gemeinde.

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Maharam

Akronym für Rabbi Meir ben Baruch von Rothenburg, c. 1215-93, eines führenden Talmud-Gelehrten seiner Zeit.

Zum Anfang Maimonides

Der latinisierte Name des Moses b. Maimon (1135-1204), Rabbiner, Philosoph und Arzt; Autor einer systematischen Gruppierung des Korpus der Halacha in Hebräisch und seiner eigenen philosophischen Darstellung des Judentums in Arabisch ( Führer der Verirrten).

Zum Anfang Maqueda

Maqueda ist eine spanische Stadt in der Provinz von Toledo. Es liegt 80 Kilometer von der spanischen Hauptstadt Madrid entfernt.

Zum Anfang Marmorieren (Marmorpapier)

Das Verfahren oder die Kunst, ein Papier mit bestimmten Mustern von geädertem oder gesprenkeltem Aussehen als Nachahmung von Marmor durch den Einsatz von Farben herzustellen, die so zubereitet sind, das sie auf einer Flüssigkeit schwimmen, die die für diesen Zweck zubereiteten Farben abstößt. Die Farben zerfließen und formen so Muster; sie werden durch das Auflegen eines Blatt Papiers (oder durch Berühren des Buchrands) von der Oberfläche der "Schlichte" abgezogen. Die Schlichte wird normalerweise aus Irländischem Moos oder in Wasser aufgekochtem Tragantgummi zubereitet, kann jedoch auch aus Flohsamen, Leinensamen o.ä. hergestellt werden, obgleich Flohsamen und Leinensamen nicht so effektiv sind wie die beiden Gummiarten. Normalerweise werden beim Marmorieren Aquarellfarben verwendet, doch auch Ölfarben können benutzt werden, obwohl diese nicht dieselbe Kontrolle erlauben oder die sauberen, scharfen Linien erzielen wie Aquarellfarben. Mineralfarben werden selten benutzt, weil sie wegen ihres Gewichts dazu tendieren, an den Grund der Wanne zu sinken.
(Definition aus dem "Etherington and Roberts Bookbinders Dictionary" und dem "Johnson & Middleton Bookbinders Dictionary")

Zum Anfang Massora (“Tradition”)

Die hebräische Bibel wurde ursprünglich ohne die Vokale im Konsonantentext geschrieben, die ausschließlich mündlich tradiert wurden. Vom 6. und 7. Jahrhundert bis ins 9. Jahrhundert erarbeitete eine Gruppe von Gelehrten verschiedene Systeme zur vollständigen Darstellung der Phoneme (siehe Vokalisation, Kantillation). Das System, das sich schließlich durchgesetzt hat, wird nach der Wirkstätte seiner gelehrten Urheber als tiberiensisch bezeichnet.

Zum Anfang Matza (auch Matzen; Pl. Matzot)

Ein dünnes, brüchiges und ungesäuertes Brot, das während Pessach gegessen wird. Traditionsgemäß darf Matza nur mit Wasser und Mehl zubereitet werden. Man sagt, dass die Juden Ägypten so hastig verließen, dass dem Brot keine Zeit blieb, aufzugehen - daher die Matza.

Zum Anfang Medici

Die Familie Medici war eine mächtige und einflussreiche Familie in Florenz vom 13. bis zum 17. Jahrhundert. Drei Päpste (Leo X., Clemens VII. und Leo XI.), zahlreiche florentinische Herrscher sowie spätere Mitglieder des französischen Adels brachte sie hervor. Die Familie war außerdem eine der treibenden Kräfte hinter den Anfängen der italienischen Renaissance.

Von bescheidenen Anfängen (der Ursprung des Namens ist ungewiss, angeblich reflektiert es einen medizinischen Beruf - medico) erlangte die Familie Macht über das Bankwesen. Die Bank der Medici war eine der blühendsten und angesehensten in Europa. Auf dieser Grundlage erwarb die Familie politische Macht, anfangs nur in Florenz, später in ganz Italien sowie in anderen Teilen Europas.

Die bedeutendsten Leistungen vollbrachten die Medici in Kunst und Architektur; die Liste der von den Medici geförderten Talente liest sich wie ein “Who’s Who” der Kunst und Architektur der Renaissance. Giovanni di Bicci de’ Medici, der erste Kunstmäzen innerhalb der Familie, förderte Masaccio und gab den Wiederaufbau der Kirche von San Lorenzo in Auftrag. Donatello und Fra Angelico werden gemeinhin mit ihrem Förderer Cosimo dem Alten assoziert. Die wohl bedeutendste Ergänzung dieser langen Liste über die Jahre war Michelangelo, der gleich für mehrere Medici Werke schuf, angefangen mit Lorenzo dem Großartigen. Zusätzlich zu den Aufträgen in Kunst und Architektur waren die Medici große Sammler; ihre Ankäufe bilden heute den Kern des Uffizi Museums in Florenz.

Im Bereich der Architektur sind die Medici für einige bemerkenswerte Bauwerke in Florenz verantwortlich, dazu gehören u.a. die Uffizi-Galerie, der Pitti-Palast, die Boboli-Gärten, das Belvedere und der Palazzo Medici.

Zum Anfang Menora

Dieser siebenarmige Leuchter ist eines der ältesten Symbole des jüdischen Volkes. Angeblich symbolisiert er den brennenden Dornbusch, den Moses auf dem Berg Sinai sah. Der Tradition nach wurde er aus einem einzigen Stück Gold gehauen und kam sowohl im Stiftszelt (dem beweglichen Heiligtum der Israeliten in der Wüste) als auch im Jerusalemer Tempel zum Einsatz. An jedem Arm befinden sich kleine Lampen, dessen Flammen mit Olivenöl genährt werden.

Eine achtarmige Menora wird daheim und in der Synagoge zu Chanukka benutzt, das an die Wiedereinweihung des Tempels nach dessen Entweihung durch Antiochus IV. Epiphanes erinnert.

Heutzutage findet man in den meisten Synagogen entweder eine Menora oder eine künstlerische Darstellung derselben. Zusätzlich brennt vor dem Schrein, in dem die Torarollen aufbewahrt werden, ein "ewiges Licht", das Ner Tamid; es repräsentiert die Menora im Tempel, die niemals erlöschen durfte. Die Menora ist außerdem Bestandteil des Wappens des Staates Israel.

Zum Anfang Meschal ha-Kadmoni

siehe Isaak Ibn Sahula

Zum Anfang Metallstempel

Eingravierte Stempel aus Stahl, Messing oder Bronze, die zum Einprägen eines Musters oder von Buchstaben in Leder verwendet werden.

(siehe auch Blinddruck, Prägung)

Zum Anfang Mesusa

Ursprünglich die hebräische Bezeichnung für einen Türpfosten; später bekam die Mesusa die zusätzliche Bedeutung einer eingekapselten Schriftrolle mit den Textstellen Deuteronomium 6:4-9 und 11:13-21, die am rechten Pfosten der Haustür und jeder anderen Tür in einem jüdischen Heim angebracht werden.

Zum Anfang Midrasch (“Auslegung”)

Oberbegriff für Texte, die aggadisches Material beinhalten oder versammeln.

Zum Anfang Mikwe

Die Mikwe ist ein rituelles Bad, das für das Untertauchen in einer jüdischen Reinigungszeremonie benutzt wird. Heutzutage wird es hauptsächlich von jüdischen Frauen benutzt, um die rituelle Reinheit nach der Menstruation oder einer Geburt wieder herzustellen. Das Untertauchen in einer Mikwe ist zudem während einer traditionellen Konversion zum Judentum und in einigen Fällen für neues Kochgeschirr vorgeschrieben.

Zum Anfang Miniatur

Abgeleitet von dem lateinischen Wort Minium für den roten Farbstoff Mennige; als Miniaturen bezeichnet man die Bilder in altertümlichen oder mittelalterlichen Manuskripten, da die einfachen Verzierungen früher Kodizes mit "Minium" gestaltet oder umrahmt wurden.

Zum Anfang Mischna (“Lehre”)

Die früheste vollständige Kodifizierung der rabbinischen Auslegung der Gesetze der Tora (siehe Halacha). Die Mischna ist thematisch geordnet und wurde unter Rabbi Juda ha-Nasi (“der Patriarch”) um 200 n.u.Z. promulgiert.

Zum Anfang Mischne Tora

Titel eines halachischen Kodizes von Maimonides.

Zum Anfang Mauren

Die Mauren waren die mittelalterlichen muslimischen Einwohner von al-Andalus (= Andalusien, doch auch benutzt für die iberische Halbinsel einschließlich des heutigen Spaniens und Portugals) sowie des Maghreb (Marokko) und Westafrikas, dessen Kultur oft als maurisch bezeichnet wird.

711 überfielen die Mauren das Tolosanische Reich (das christliche Hispanien). Unter ihrem Anfüher, einem afrikanischen Berberführer, der allgemein als Tariq ibn-Siyad bekannt ist, brachten sie die iberische Halbinsel im Laufe eines acht Jahre andauernden Feldzugs unter islamische Herrschaft. Diese versuchten sie im Nordosten über die Pyrenäen auszuweiten, doch wurden 732 von dem fränkischen Hausmeier Karl Martel in der Schlacht von Tours besiegt. Die Mauren herrschten über die Iberische Halbinsel, mit Ausnahme der nordwestlichen Regionen (wie Asturien, wo sie in der Schlacht von Covadonga aufgehalten wurden), über die hauptsächlich baskischen Regionen in den Pyrenäen und über Nordafrika. Obwohl die Anzahl der Mauren gering blieb, gewannen sie eine große Menge von Konvertiten. Laut Ronald Segal, dem Autoren von “Islam’s Black Slaves”, waren bis 1200 etwa 5,6 Millionen der 7 Millionen Iberer Muslime - praktisch allesamt Eingeborene. Die über die Jahrhunderte fortschreitende Rückeroberung durch die Christen gipfelte 1492 in der Unterwerfung Granadas.

Zum Anfang Marokko

Marokko ist der Name eines Ziegenleders, das ausschließlich mit pflanzlichen Gerbstoffen gegerbt wurde. Marokko Ziegenleder ist äußerst langlebig, dehnbar, wunderschön gekörnt und relativ stark, weshalb es sich für Bucheinbände bestens eignet.

Zum Anfang Büttenpapier

Büttenpapier ist ein mit einem Sieb aus einer "Bütte" (einem flachen, wannenförmigen Gefäß) geschöpftes Papier. Büttenpapier zeichnet sich durch seinen natürlichen, ungleichmäßigen Rand aus. Handgeschöpfte Papiere haben vier Büttenränder, Büttenpapier hingegen normalerweise nur zwei.

Zum Anfang Mudéjares

Mudéjares ist die Bezeichnung für die Mauren und die zum Islam übergetretenen gebürtigen Andalusier, die nach der christlichen Reconquista auf der iberischen Halbinsel blieben, doch nicht zum Christentum übertraten. Darüberhinaus bezeichnet dieser Begriff einen spezifischen Stil iberischer Architektur und Dekoration, insbesondere in Aragon und Kastilien, der stark vom Geschmack und der Baukunst der Mauren beeinflusst ist.

Der Mudéjar-Stil - eine Symbiose von Techniken und Verständnisweisen von Architekur, die aus dem Zusammenleben der jüdischen, muslimischen und christlichen Kultur resultierte - entstand als architektonischer Stil im zwölften Jahrhundert auf der iberischen Halbinsel.

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Nordlicht

Auf der nördlichen Halbkugel von Norden ausgehendes Licht, dem eine diffundierte und gleichmäßige Qualität zugesprochen.

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Offsetdruck

Ein Druckverfahren, bei dem die zu druckende Abbildung zuerst von einer Metallplatte auf einen Gummituchzylinder und von dort aus unter Druck auf das Papier übertragen ("offset") wird. Die druckenden Stellen der Druckplatte nehmen die Tinte an, während die übrigen nichtdruckenden Stellen der Platte hydrophil, d.h. Wasser aufnehmend sind.

Zum Anfang Opazität

Die Eigenschaft von Velin oder Papier, das die "Durchlässigkeit" des Drucks (oder der Schrift) von der Rückseite des Blattes bezeichnet. So ist schwarzes Papier 100% opak, klares Glas hingegen transparent.

Zum Anfang Oxydation

Chemische Reaktion, bei der sich ein Material mit Sauerstoff verbindet, um ein Oxid zu bilden. Jeder kennt Rost, das eine Form vom Metalloxydation ist, die auftritt, wenn Eisen mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert, wobei eine rotbräunliches Eisenoxid entsteht. Wenn Edelmetalle oxidieren, werden sie als "angelaufen" bezeichnet; angelaufenes Silber ist schwarz.

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Paläographie

Das Studium der Evolution, der Entwicklung und der Stile von Handschriften. Im Falle des Hebräischen und anderer von Juden in hebräischen Buchstaben geschriebenen Sprachen (z.B. Arabisch und Spanisch) können Unterschiede zwischen Gemeinden (Sephardim, Aschkenasim) und Anlässen (formale ‘Quadratschrift’ oder alltägliche ‘rabbinische’ Schrift) festgestellt werden.

(siehe auch Kodikologie)

Zum Anfang Parascha

Wörtlich ‘Unterteilung’; der wöchentlich gelesene Abschnitt aus der Tora, auch Sidra (Ordnung [des Lesens]) genannt.

Zum Anfang Pergament

Ein lichtdurchlässiges oder opakes Material aus nassen, gekalkten und enthaarten Häuten von Schafen, Ziegen und ähnlichem Kleinvieh. Es wird durch Trocknen bei Raumtemperatur unter Druck, gewöhnlich im Streckrahmen, hergestellt. Gutes Pergament muss dünn, stark und zugleich dehnbar sein und eine glatte Oberfläche aufweisen, wenn es zum Schreiben benutzt werden soll.

(siehe auch Echtpergament, Velin)

Eine illustrierte Beschreibung der Pergamentherstellung finden Sie hier.

Zum Anfang Parochet

Der “Vorhang” vor dem Toraschrein der Synagoge, eine Anspielung auf den Vorhang, der das Allerheiligste im Tempel verdeckte. Nach aschkenasischem Brauch hängt der Parochet außerhalb des Toraschreins, nach sephardischem Brauch hingegen innerhalb des Schreins.

Zum Anfang Perek Chelek

Das zehnte Kapitel des Mischna-Traktats Sanhedrin (der sich mit Strafrecht auseinandersetzt) ist ein Anhang bezüglich dem zukünftigem Schicksal der Welt und verkündet gleich zu Beginn: “Ganz Israel hat einen Anteil (Chelek) an der kommenden Welt”. In seinem Kommentar vertritt Maimonides die Ansicht, dass der Glauben an ein Leben nach dem Tod der wichtigste jüdische Glaubensartikel sei.

Zum Anfang pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wässrigen Lösung. Der Begriff leitet sich von "potentia Hydrogenii" (potentia = Kraft, Hydrogenium = Wasserstoff) ab. Die Werte reichen von 0 bis 14. Der pH-Wert 7 wird als "neutral" bezeichnet; niedrigere Werte sind zunehmend sauer, höhere Werte zunehmend basisch. Im Prinzip müsste säurefreies Papier mit einem pH-Wert von 7 als "neutral" gelten und länger haltbar sein als Papiere mit niedrigeren pH-Werten. In der Praxis jedoch betrachten Papiermacher ein Papier mit einem pH-Wert von 6 oder höher als säurefrei. Solche Papiere können aus Baumwollfasern, Hadern, Esparto, Jute, chemischen Holzfasern oder praktisch jeder anderer Faser hergestellt werden, wobei während der Verarbeitung besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen, um jegliche aktive Säuren zu entfernen, die in der Paperfaser enthalten sein können.

Zum Anfang Pijut (pl. Pijutim)

Pijutim sind liturgische Hymnen, die seit der Spätantike verfasst worden sind, um einzelne Elemente in der gesetzlich festgelegten Liturgie für Feste und andere besondere Anlässe auszuschmücken. Der Name leitet sich vom griechischen Wort für Dichter - poietes - ab.

Zum Anfang Plaster of Paris

Plaster of Paris (Putz oder Gipsmörtel) basiert auf Calciumsulfat-Hemihydrat. Es entsteht durch das Erhitzen von Gips auf etwa 150ºC. Ein riesiges Gipsvorkommen am Montmatre in Paris ist die Quelle des Namens. Wenn getrockneter Putz mit Wasser vermengt wird, wandelt es sich wieder in Gips um, anfangs als eine Paste und schließlich als fester Stoff.

Zum Anfang Pricking

Eine Reihe von senkrecht entlang der Kante eines Pergamentblatts gestochene Löcher, die dem Schreiber zur Linierung seines Textes dienten. In den meisten Fällen sind die Löcher vor dem Binden abgeschnitten worden. Wo sie im Original erhalten geblieben sind, haben wir sie im Faksimile reproduziert.Zum Anfang

Druckfahne

Ein Rohausdruck für die Überprüfung der Genauigkeit der Farbreproduktion. Mitunter müssen bis zu vier Druckfahnen herge-stellt werden, bevor eine Seite für den Druck bewilligt werden kann.

Zum Anfang Provence

Die Provence war ursprünglich eine römische Provinz und ist heute eine Region im Südosten Frankreichs, das direkt am Mittelmeer an der franzöischen Grenze zu Italien liegt. Es ist Teil der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur. Die traditionelle Region der Provence umfasst die Départements Var, Vaucluse und Bouches-du-Rhône sowie Teile von Alpes-de-Haute-Provence und Alpes-Maritimes. Die Region ist bekannt für trockene Rosé- und fruchtige Rotweine. Die mittelalterlichen jüdischen Gemeinden der Provence gehörten demselben intellektuellen und kulturellen Milieu an, wie die spanischen Juden.

Zum Anfang Psalmen (Tehillim)

Die Psalmen (griechisch: Psalmoi, ψαλμοί; hebräisch: Tehillim, תהילים) ist ein Buch der hebräischen Bibel, das aus 150 Kapiteln besteht. Laut jüdischer Tradition sind alle Psalmen von David verfasst worden, der sich in seinem Schaffen auf zehn antike Psalmisten (einschließlich Adam und Moses) berief. Die moderne Wissenschaft weist diese Theorie jedoch von sich.

Zum Anfang Purim

“Lose”, oder das Ziehen von Losen. Ein am 14. und 15. Adar (März) abgehaltenes Fest in Erinnerung an die Begebenheiten, die im biblischen Buch Ester erzählt werden.

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Lage

Eine Gruppe von Blättern, die vor dem Binden gefalzt werden, bezeichnet man als Lage. In der modernen Buchproduktion, wo ein großes Blatt Papier viele Male gefalzt wird, um eine Lage herzustellen, besteht jede Lage aus derselben Anzahl an Seiten (ein gerades Vielfaches von 4) - bespielsweise 4, 8, 16 oder 32. Bei der Herstellung von Manuskripten hatten die Schreiber keine solchen mechanischen Einschränkungen und schnitten das Velinpapier vor dem Beschriften auf Seitengröße zu, so dass sie Lagen von 12, 20 oder jedes anderen ungeraden Vielfaches von 4 verwenden konnten. Häufig fügten sie einzelne Blätter (2 Seiten) ein, um Auslassungen zu korrigieren oder etwas zum Text hinzuzufügen, so dass dabei Lagen von 6, 10 oder 18 Seiten entstanden. Bei der Herstellung unserer Faksimiles halten wir die Größe der Lagen gewissenhaft ein, indem wir jedes Bifolio-Blatt (4 Seiten) einzeln zuschneiden und per Hand in derselben Reihenfolge wie im Originalmanuskript zusammenlegen. Auch wir unterliegen den Beschränkungen moderner Technologie nicht.

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RaDaK

RaDaK, (Initialien von Rabbi David Kimchi) wurde im Jahre 1160 in Narbonne, einer Stadt in der südfranzösischen Provence geboren. Als er zehn Jahre alt war, starb sein Vater, und sein Bruder Rabbi Moses Kimchi sorgte dafür, dass dem jungen David eine ordentliche Bildung zukam.

Sein bedeutendster Beitrag ist ein Kommentar zur gesamten hebräischen Bibel. Für viele Studenten der Bibel ist Radaks Kommentar zu den Psalmen und einigen Prophetenbücher die erste Wahl. Seine häufig einleuchtende Erklärung des biblischen Textes liefert notwendiges Hintergrundwissen, stellt Beziehungen zu anderen Bibelstellen her, kritisiert oftmals falsche christliche Auslegungen des Textes und liefert eine nützliche Analyse grammatikalischer Aspekte, die für das Verständnis des biblischen Textes unerlässlich sind. Darüberhinaus verfasste er eine Grammatik/Wörterbuch mit dem Titel Michlol, in dem er unter anderem die Unterscheidung zwischen kurzen und langen Vokalen einführte. Zudem erläutert er die Beziehungen zwischen den einzelnen “Binjanim” - den Strukturen des hebräischen Verbsystems - indem er z.B. den Niph’al als Passivform des aktiven Kal definierte.

Nicht zuletzt erläutert Radak in seinen Bibelkommentaren auch eine Fülle an Material aus dem Midrasch.

Radak gilt als Advokat des Rambam, den er gegen die Kritiker von dessen philosophischen Werken verteidigte. Als Salomo ben Avraham von Montpellier ein Verbot gegen Rambams “More Newuchim”, den “Führer der Verirrten”, erwirkte, verurteilte Radak dieses Verbot scharf.

Obwohl er ein traditioneller Toragelehrter war, muten seine Werke mitunter bemerkenswert modern an. Radak starb im Jahre 1235.

Zum Anfang Radcliffe Camera

Die Radcliffe Camera ist ein rundes Gebäude in Oxford (England), das zwischen 1737 und 1749 von James Gibbs erbaut wurde, um die Radcliffe Library zu beherbergen. Das Gebäude wurde von dem 1714 verstorbenen John Radcliffe finanziert. Nachdem die Radcliffe Science Library in ein anderes Gebäude gezogen war, wurde die Radcliffe Camera ein Lesesaal der Bodleian Library. Heutzutage werden hier Bücher der Fakultäten für Englisch und Geschichte aufbewahrt.

Zum Anfang Raschi

Raschi ist das hebräische Akronym für Rabbi Schlomo Jitzchaki oder Rabbi Schlomo Jarchi (22. Februar 1040 – 13. Juli 1105), einen mittelalterlichen Rabbiner aus Frankreich, der als der Verfasser der ersten umfassenden Kommentare zum Talmud und zur Bibel berühmt geworden ist. Wegen seiner Fähigkeit, die Hauptbedeutung eines Textes klar und präzise darzulegen, spricht Raschi Anfänger wie Gelehrte gleichermaßen an. Seine Werke gelten auch heutzutage noch als grundlegend in jüdischen Studien.

Im Alter von 21 Jahren verließ Raschi seine französische Heimatstadt Troyes, um an der Jeschiwa von Mainz zu studieren. 1070 gründete er in Troyes seine eigene Jeschiwa. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich Raschis Kommentar zur Tora allmählich aus den Fragen und Antworten während der Vorlesungen herausgebildet hat, die er vor Studenten seiner Jeschiwa hielt. Raschi vollendete seine Kommentar in den letzten Jahren seines Lebens. Sofort wurde er von allen jüdischen Gemeinden, Aschkenasi und Sephardi, als autoritativ erklärt. Raschis Kommentar, der beinahe den gesamten Babylonischen Talmud (insgesamt 30 Traktate) umfasst, ist seit dem ersten Talmuddruck in Italien in jeder neuen Ausgabe enthalten.

Zum Anfang Farbregister oder Passer

Ein gedrucktes Bild ist eine optische Täuschung. Im CMYK wird das Bild in vier Grundfarben gedruckt: Cyan, Magenta, Gelb und Key (Schwarz) – obgleich wir für unsere Faksimiles bis zu zehn Farben benutzen. Wenn man ein Bild unter einer Lupe betrachtet, erkennt man viele farbige Punkte von unterschiedlicher Größe auf weißem Hintergrund. Diese Punkte sind so präzise positioniert, dass das Gehirn der Täuschung unterliegt, ein vollfarbiges Bild vor sich zu haben. Wenn eine der Farben unpräzise positioniert ist, erscheint das Bild verschwommen und die Farben wirken fremdartig. Der genaue Stand der verschiedenen Farben zueinander entscheidet über die Qualität der "Täuschung" und somit des Drucks.

(siehe auch Farbtrennung)

Zum Anfang Entspannen

Eine Methode, bei dem die Nähung eines Manuskripts gelöst und der festgewordene Klebstoff vom Buchrücken entfernt wird, so dass die Blätter flach öffnen, vorzugsweise im 180°-Winkel zueinander, um ein unverzerrtes Fotografieren zu ermöglichen, ohne das Manuskript zu beschädigen.

Zum Anfang Renaissance

Die moderne Geschichtsschreibung versteht unter der Renaissance die historische Epoche, die das Mittelalter abgelöst und die Reformation eingeleitet hatte. Die italienische Renaissance des 15. Jahrhunderts stellte eine Wiederverbindung des Westens mit der klassischen Antike dar; die Absorption der griechischen Wissenschaften - insbesondere der Mathematik - durch lateinische Übersetzungen arabischer Schriften; die Rückkehr zum Experimentalismus; die Konzentration auf ein gutes Leben im Diesseits (Humanismus); eine Explosion in der Wissensverbreitung durch die Erfindung des Buchdrucks sowie das Erschaffen von neuen Techniken in der Kunst, der Dichtung und der Architektur, die zu einer radikalen Veränderung sowohl der Stile als auch der Stoffe von Kunst und Literatur führte. Die Renaissance bedeutete ein Aufbegehren Europas nach einer langer Zeit relativer Zurückhaltung, sowie einen Aufschwung in Wirtschaft und Forschung. Die italienische Renaissance wird häufig als der Beginn der "Moderne" betitelt, obgleich die moderne Wissenschaft die Kontinuität mit der vorangegangenen Epoche betont, die im 12. Jahrhundert dank lateinischer Übersetzungen von arabischen und teilweise von hebräischen Textversionen die europäische Wiederentdeckung des Aristoteles erlebt hatte.

Zum Anfang Rosch Haschana

“Haupt des Jahres”; das jüdische Neujahr, das am am 1. Tishri (September - Oktober) beginnt.

Zum Anfang Roth, Cecil

Ein berühmter jüdischer Historiker und anerkannter Experte jüdischer Kunst. Roth wurde 1899 in London geboren und an der Universität Oxford ausgebildet. Als allgemeiner Historiker mit dem Schwerpunkt Italien, begann Roth sich schon bald mit jüdischen Themen auseinanderzusetzen; zuerst als freiberuflicher Journalist und Dozent und später als Lehrender an der Universität Oxford (1939 bis 1964).

Nach seiner Pensionierung in Oxford zog Roth nach Jerusalem und übernahm Gastprofessuren an der Columbia Universität, dem Queens College of the City University in New York, dem Stern College for Women, Yeshiva University und Bar Ilan Universität.

Roth war ein überaus produktiver Autor und veröffentlichte mehr als 600 Bücher und Artikel, von denen viele in zahlreiche Sprachen übersetzt worden sind. Seine populärsten Werke sind The House of Nasi (zwei Bände, von denen Dona Gracia der erste ist), A Short History of the Jewish People, The Jewish Contribution to Civilization und The Standard Jewish Encyclopaedia. Von 1966 bis zu seinem Tod in Jerusalem 1970 war er Chefredakteur der Encyclopaedia Judaica.

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Sanhedrin

Hoher Rat, der zur Zeit des Tempels das Strafrecht und andere Klagsachen verwaltete. Seine Struktur, Rechte und Prozeduren wurden im gleichnamigen Traktat der Mischna [076] festgelegt. Der Name stammt vom griechischen Synhedrion (“Versammlung”).

Zum Anfang Seatonian-Preis

Der Seatonian-Preis wird seit dem Jahre 1750 jedes Jahr von der Universität Cambridge für das beste englische Gedicht zu einem geistlichen Thema vergeben. Der Gewinner der ersten drei Jahre war Christopher Smart, trotz eines Anfalls in Bedlam (der ältesten Psychatrie der Welt) 1751, wo seine Krankheit die Form von ununterbrochenem Beten annahm. Smart gewann hohes Ansehen durch seinen Erfolg, dank dessen er trotz seiner Schwäche für Kneipen, dem Druck seiner Kreditgeber und der Entdeckung, dass er geheiratet hatte, an Pembroke Hall in Cambridge, bestehen konnte. 1754 wurde seine Mitgliedschaft unter der Voraussetzung verlängert, dass er weiterhin für den Preis schreiben würde.

Zum Anfang Section

Siehe Lage

Zum Anfang Seder

Das Wort Seder bedeutet wörtlich "Reihenfolge, Ordnung" und bezieht sich auf die Reihenfolge des rituellen Mahls sowie des Festes während der ersten beiden Abende von Pessach, wenn die Juden an den Exodus aus Ägypten gemahnen.

Zum Anfang Selichot

Gebete und liturgische Gedichte zur Erreichung “göttlicher Vergebung”, die vor und während der im Versöhnungstag (Jom Kippur) gipfelnden Bußzeit vom 1. bis zum 10. Tischri rezitiert werden.

Zum Anfang Sephardi (Pl. Sephardim)

Die hebräische Bezeichnung (wörtlich: “Eingeborener Spaniens”) für Juden spanischer und portugiesischer Abstammung. Nach ihrer Vertreibung im15. Jahrhundert siedelten sich die iberischen Juden um das Mittelmeer, auf der Balkanhalbinsel, in Westeuropa sowie in Nord- und Südamerika an. Sephardische Juden haben eine andere Aussprache des Hebräischen als die Aschkenasim [010] sowie andere Gebete und Praktiken.

(siehe auch Aschkenasim)

Zum Anfang Schmona Perakim

“Acht Kapitel”. In seinem Kommentar zur Mischna stellt Maimonides dem Traktat Awot (“[ethische Lehren der] Väter”, d.h. der Rabbinen bis ca. 200 n.u.Z.) eine Abhandlung über Psychologie und ethische Philosophie voran.

Zum Anfang Sisera

Kommandant der Armee von Hazor im Norden Palästinas, dessen Niederlage in der Schlacht mit den Israeliten im Lied der Debora gefeiert wird; siehe Richter 4 - 5.

Zum Anfang Spanische Inquisition

Die Spanische Inquisition wurde im Jahre 1478 in Spanien unter den katholischen Monarchen Ferdinand und Isabella von Kastilien eingeführt, um die katholische Orthodoxie in ihren Königreichen zu bewahren. Sie stand weitgehend unter der direkten Kontrolle der spanischen Monarchie; lediglich der Generalinquisiteur war von Rom ernannt worden. Die Inquisition ist erst 1834, zur Regierungszeit Isabella II., vollständig abgeschafft worden.

Die Zuständigkeit der Inquisition als ein kirchliches Tribunal beschränkte sich auf getaufte Christen. Gleichwohl wurde diese Zuständigkeit nach der Vertreibung der Juden (1492) und der muslimischen Mauren (1502) aus Spanien während großer Teile ihrer Geschichte praktisch auf alle Untertanen ausgeweitet. Die Inquisition wurde hauptsächlich eingesetzt, um die Orthodoxie der jüdischen Konvertiten und ihrer Nachkommen zu gewährleisten, die als Konversos oder Marranos bezeichnet wurden. Angesichts ihrer Behandlung von konvertierten Juden und Muslimen sowie der Illuministen stellt die Spanische Inquisition mit ihrem “Autodafé” eine besonders berüchtigte Periode in der Geschichte der Inquisition dar. Die portugiesische Inquisition arbeitete unabhängig von und zum Teil in Rivalität zu der spanischen.

Zum Anfang Sterlingsilber

Sterlingsilber ist eine Legierung aus 92,5% reinem Silber und 7,5% anderen Metallen, normalerweise Kupfer. Der minimale Feingehalt beträgt 925/1000. Der Begriff “Sterlingsilber” mit Bezug auf Silber 925 kam im 13. Jahrhundert in England auf.

(siehe auch Punzieren)

Zum Anfang Verloursleder

Zur Herstellung von Veloursleder wird die faserige Fleischseite, normalerweise einer Kuh, verwendet. Da Veloursleder die harte äußere Lederschicht ausschließt, ist es weniger dauerhaft, dafür aber weicher als normales (vollnarbiges) Leder.

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Tallit

Der gefranste Gebetschal mit schwarzen oder blauen Streifen, den sich jüdische Männer zum Gebet über die Schultern legen.

Zum Anfang Talmud

Der Talmud (‘Lehre’) ist eine Aufzeichnung rabbinischer Diskussionen über jüdisches Gesetz, Ethik, Brauchtum und Geschichte. Der Talmud besteht aus zwei Komponenten: die ältere Mischna, das erste niedergeschriebene Kompendium des mündlichen Gesetzes des Judentums, und die Gemara (‘Vollendung’), eine Auslegung der Mischna und verwandter tannaitischer Schriften, die oftmals auf andere Themen ausschweift und auch die Bibel weitgehend auslegt. Die Begriffe Talmud und Gemara werden oft austauschbar verwendet. Die Gemara ist die Grundlage aller späteren Kodizes von rabbinischem Gesetz und wird in anderer rabbinischer Literatur häufig zitiert.

Zum Anfang Targum (pl. Targumim)

Die Übersetzung, und zu einem gewissen Umfang Paraphrasierung, der Bibel ins Aramäische, die in den frühen Jahrhunderten unserer Zeitrechnung durchgeführt wurde.

Zum Anfang Tefillin

Im Deutschen als Phylakterien bezeichnete kleine schwarze Gehäuse, die an schwarzen Riemen befestigt sind und bestimmte Bibelabschnitte enthalten. Sie werden von Männern während des Morgengebets getragen. Ein Gehäuse wird an der Stirn, eine andere am linken Arm, nahe des Herzens, platziert.

Zum Anfang Tora

Die ersten fünf Bücher der hebräischen Bibel (Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deuteronomium), aus denen jeden Sabbat ein bestimmter Abschnitt gelesen wird. Traditionsgemäß wird die gesamte Tora innerhalb eines Jahres gelesen. Das Wort Tora stammt von der hebräischen Wurzel Jod-Resch-He für "anweisen". Die Tora enthält die Grundlagen sowie die Frühgeschichte des Judentums; alle Gesetze, die Juden heutzutage befolgen, sind aus der Tora abgeleitet.

Die Tora setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der schriftliche und der mündlichen Tora. Die jüdische Tradition besagt, dass Moses beide auf dem Berg Sinai erhalten hat. Die schriftliche Tora meint die fünf Bücher Mose; die mündliche Tora, die im heutigen Judentum hauptsächlich aus der Mischna und dem Talmudbesteht, ist die Auslegung und Erläuterung der schriftlichen Tora.

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Unbeschichtet

Papier oder Karton, dessen Oberfläche nicht durch Ton oder andere Farb- und Klebstoffe verändert worden ist. Letztere werden häufig aufgetragen, um die Bedruckbarkeit, Farbe, Glätte oder Opazität des Materials zu verbessern. Beschichtetes Papier neigt zu einem sterilen Gefühl und ist deshalb für ein Faksimile aus Velin oder Pergament ungeeignet.

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Echtpergament

Ein Zellstoffpapier, das mit Hilfe einer Reihe von chemischen Prozessen aus einem gänzlich ungeleimten Blatt Papier hergestellt wird, das schließlich ein widerstandsfähiges, hartes und glattes Papier mit einem nahezu ähnlichem Aussehen wie tierisches Pergament ergibt.

(siehe auch Pergament, Velin)

Zum Anfang Velinpapier

Velinpapier wird allgemein als ein Material definiert, das aus Kalbshaut, Ziegenhaut oder praktisch jeder anderen Haut eines relativ kleinen Tieres, z.B. einer Antilope, hergestellt ist. Der Grenze zwischen Velin und Pergament ist fließend, obwohl ersteres traditionell aus der obersten Schicht von Kalbshaut hergestellt wird und dementsprechend ein gekörntes Muster auf der Innenseite aufweist, während letzteres aus dem von Schafshaut gelöstem Fleisch hergestellt wird und deshalb kein gekörntes Muster zeigt. Der entscheidende Unterschied zwischen Velin (oder Pergament) und Leder besteht darin, das ersteres nicht gegerbt ist, sondern durch Einweichen in Kalk und Trocknen unter Druck hergestellt wird.

(siehe auch Pergament, Echtpergament)

Zum Anfang Vokalisation

Das in Palästina/Syrien erfundene Alphabet gilt als der Ahnherr aller semitischen und europäischen Alphabete. Es besteht ausschließlich aus Konsonanten, so dass der Leser anhand des Kontexts selbst entscheiden muss, ob zum Beispiel die Konsonatenfolge Rnd für Rund, Rind oder Rand stehen muss. Relativ früh wurde das Lesen durch den Einsatz einiger Konsonanten als Vokalzeichen an unzweideutigen Stellen unterstützt (vergleiche, in altdeutscher Rechtschreibung, die Verwendung von v für v oder u und i für i oder j). Als die Griechen das semitische Alphabet übernahmen, gaben sie bestimmten Konsonanten, die sie nicht benötigten, neue Lautwerte als Vokale; so wurde der hebräische Buchstabe ajin, der ursprünglich als Kreis geschrieben wurde, das griechisch-römische ‘o’. Das hebräische Alphabet einschließlich der Verwendung einiger Konsonanten als Vokalzeichen ist zu 99% beibehalten worden; heutzutage sind die meisten hebräischen Texte ohne den vollen Apparat phonetischer Zeichen geschrieben. Dieser Apparat wurde im Mittelalter ausgearbeitet, um die traditionelle Aussprache der biblischen Texte zu bewahren. Gebetbücher u.ä. sind vollständig vokalisiert, um Leser mit nicht ausreichenden Kenntnissen der hebräischen Sprache zu unterstützen.

(siehe auch Kantillation, Massora)

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Jiddisch

Jiddisch ist eine germanische Sprache, die in vielen Teilen der Welt gesprochen und mithilfe des hebräischen Alphabets geschrieben wird. Der Ursprung des Jiddischen liegt in der aschkenasischen Kultur, die sich etwa im 10. Jahrhundert in Zentral- und Osteuropa herausbildete und sich im Laufe der Zeit durch Emigration auch auf andere Kontinente ausgebreitet hat. Frühe Quellen bezeichnen Jiddisch als loschen-aschkenas (“Sprache der Aschkenasim”); es findet sich aber auch die Bezeichnung Taitsch, eine Variante von tiutsch, der Name der damals in jener Region gesprochenen Sprache, die heutzutage als Mittelhochdeutsch bezeichnet wird. Der Volksmund nennt es mameloschen (“Muttersprache”), um es vom biblischen Hebräisch und vom Aramäischen abzugrenzen, die gemeinsam als loschen koidesch (“Heilige Sprache”) bezeichnet werden. Erst im 18. Jahrhundert setzte sich der Name Jiddisch in der Literatur durch; für lange Zeit war es die Alltagssprache der aschkenasischen Juden in Europa und anderen Teilen der Welt.

Zum Anfang Jotzerot

Die gemeinschaftlichen Morgengebete werden mit dem Segen von Gott als “Schöpfer (hebräisch: jotzer) der Gestirne” eingeleitet. Solche Hymnen, die verfasst wurden, um speziell an dieser Stelle des Gottesdienstes eingefügt zu werden, nennt man Jotzerot.

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Sohar

Der Sohar (“Glanz”) gilt als das bedeutendste Werk der Kabbala, also der jüdischen Mystik. Es ist ein mystischer Kommentar zur Tora (den fünf Büchern Moses), der in mittelalterlichem Aramäisch und Hebräisch verfasst ist. Der Sohar enthält eine mystische Diskussion über die Natur Gottes, über den Ursprung und die Struktur des Universums, über die Natur der Seelen, die Sünde, die Erlösung, Gut und Böse und andere verwandte Themen.

Zum Anfang Zoomorphisch

Die Bezeichnung "zoomorphisch" (wörtlich: ‘tierähnlich’) beschreibt Kunstwerke, verzierte Gegenstände oder die Darstellung menschlicher Figuren mit einem Tiermotif oder einem tierischen Aussehen.

(siehe auch Anthropomorphismus)

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